Kommentieren im Kollektiv

Sobooks im Herbst 2014: Mit responsivem Seiten-Design und verbesserter Kommentartiefe. 

Sobooks gehörte auf der Frankfurter Buchmesse 2013 zu den Projekten mit dem größten medialen „Buzz“. Doch anschließend ist es ruhig geworden um das Social-Reading-Projekt von Sascha Lobo und Christoph Kappes. Es gab Verzögerungen im Plan, technische Hürden. Doch in dieser Woche soll die neue Sobooks-Version vorgestellt und ab Freitag fürs breite Publikum geöffnet werden.

Zur Erinnerung: Sobooks (steht für „Social Books“) ist eine Kombination aus Shop, Reader und Community. Neben Christoph Kappes und Sascha Lobo sind Oliver Wagner (Gestaltung) und Oliver Köster (Technik) an Bord, die seit 2012 an Sobooks arbeiten. Ihr Ansatz: 
  • „Auf allen internetfähigen Geräten im Browser E-Books lesen, ohne lästiges Technik-Gefriemel“, so die Selbstbeschreibung. 
  • Der Leser kann eine bestimmte (vom Verlag festgelegte) Anzahl an Seiten kostenlos aufrufen und daraus Sätze oder Seiten bei Facebook und Twitter teilen bzw. in einem Blog posten. Der Link führt direkt in das Buch hinein. 
  • Technisch funktioniert das, indem ein so genannter Parser die Epub-Datei in eine Datenbankstruktur überführt, in der jeder Satz eine Einheit ist und z.B. Fußnoten als solche erkannt werden.
  • Wer mehr als die Leseprobe sehen will, kauft das Buch. 
  • Der Leser kann mit anderen Lesern interagieren sowie auf einzelnen Seiten des Buchs Kommentare hinterlassen und auf andere Kommentare antworten. Moderatoren sollen die Diskussionen kontrollieren.
  • Sobooks selbst verdient Geld primär mit einer Beteiligung am Verkauf der Titel.
Man habe vor allem an einer mobilen Version (Webseite mit responsive Design) gearbeitet, erklärt Kappes gegenüber buchreport. Daneben sei Kapital von Privatinvestoren eingeworben worden, insgesamt eine niedrige sechsstellige Summe, unter anderem, um folgende Schritte zu realisieren:
  • Geplant sind zusätzlich zur webbasierten Version fürs Smartphone auch Apps (iOS und Android), die nach der Buchmesse erscheinen sollen.
  • Der Titelkatalog soll zunächst in der Entwicklungsphase von Sobooks klein bleiben, anfangs bei ein paar Hundert Titeln. Sobooks habe aber Vertriebsrechte über eine sechsstellige Anzahl von E-Books, darunter von Bastei Lübbe, Hanser („Hanser Box“) und Random House; auch kostenlose, gemeinfreie Werke sollen integriert werden. 
  • Ergänzend dazu soll es eine Download-Möglichkeit geben, allerdings nicht für alle E-Books. Begründung: „Wir lehnen harte DRM als Zumutung für alle Beteiligten heftig ab.“
  • Sobooks will (anonymisierte) Nutzerdaten („Book Analytics“ genannt) Verlagen zur Verfügung stellen, Beispiele: Welches Zitat hat am häufigsten zum Verkauf geführt? Wie ist das Abbruchverhalten?) Nutzer können das Datensammeln aber ausschalten (s. Screenshot unten).
  • Auf Basis der Daten (Kommentare, soziale Interaktionen, Verkäufe) soll eine Gewichtung der Titel generiert werden („BookRank“).
Zur Frankfurter Buchmesse stellt Sobooks außerdem ein von Sascha Lobo mitgeschriebenes politisches Buch vor, das ausschließlich auf Sobooks zu lesen und diskutieren sein wird. Damit wollen Lobo & Co. Interessenten auf die Plattform locken  und deren Funktion als Diskurs-Portal demonstrieren – um die Print-Rechte am „angewärmten Buch“ möglicherweise später an einen Verlag zu geben.

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