Kein DRM und viel Wachstum

Der Anteil von E-Book-Verkäufen auf dem niederländischen Buchmarkt ist im zweiten Quartal 2014 um 18% gestiegen und liegt nun bei 4,7% der Gesamtverkäufe. Online wird laut Analyse des Lieferanten CB Logistics sogar jeder vierte Titel als E-Book verkauft. Ein möglicher Zusammenhang: Im Nachbarland ist nur noch einer von 50 verkauften Titeln mit DRM geschützt.
In seiner Analyse der Quartalszahlen des niederländischen Buchmarkts kommt der Großhändler und Lieferant CB Logistics zu dem Ergebnis, dass kein Abebben der E-Book-Welle festzustellen ist. Ganz im Gegenteil nahmen die Verkäufe offenbar in den vergangenen vier Jahren beschleunigt zu.

98% Prozent ohne DRM

Zwischen Januar 2010 und 2012 wurde 1 Mio Titel verkauft. Mitte des vergangenen Jahres waren bereits rund 3 Mio E-Books abgesetzt. Heute wird beträgt die Anzahl verkaufter niederländischer E-Book-Titel rund 5 Mio Exemplare.
Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass der größte niederländische Verlag, De Arbeiderspers/A W Bruna, seit Januar 2013 auf einen DRM-Schutz verzichtet. Anstelle des Kopierschutzes werden E-Books seither mit einem Wasserzeichen versehen, mit dem der ursprüngliche Käufer eines Titels ermittelt werden kann. Mittlerweile haben nach CB-Angaben rund 96% aller E-Books auf dem Markt das kundenfreundlichere Wasserzeichen, 2% verzichten gänzlich auf einen Schutz.
Die wichtigsten Fakten aus der Datenanalyse zum niederländischen Markt:
  • E-Book-Verkäufe haben im 2. Quartal 2014 um 18% zugelegt.
  • 26% Prozent aller online verkauften Titel sind E-Books.
  • Auf den Gesamtbuchmarkt bezogen machen E-Book-Verkäufe 4,7% aus, was im letzten Quartal eine Steigerung von 18% bedeutet.
  • 41% aller Print-Titel sind auch in einer digitalen Ausgabe auf dem Markt.
  • 1 von 50 verkauften E-Books ist mit DRM-geschützt.
  • 72% der im 2. Quartal verkauften E-Books sind Belletristik-Titel (Kinder- und Jugendbuch 6%, Sachbuch 7%, Management 5%, Reise 2%, Schule 1%).

CB Logistics hat die Ergebnisse auch in einer Infografik aufbereitet:

Kommentare

1 Kommentar zu "Kein DRM und viel Wachstum"

  1. „Anstelle des Kopierschutzes werden E-Books seither mit einem
    Wasserzeichen versehen, mit dem der ursprüngliche Käufer eines Titels
    ermittelt werden kann.“ – Und wozu? Hat den jemals jemand ermittelt? Und (nachdem man nie von entsprechenden offiziellen Verfahren gehört hat) wurde der dann im Geheimen erpresst?

    Lustig genug, dass die DRM-Kirche immer noch Mitglieder hat. Bei den Wasserzeichlern scheint es sich allerdings um eine noch tiefer ins Hirn gebohrte Sekte zu handeln. – Ein Punkt mehr, an dem sich die Kosten von Ebooks senken ließen. (Über Ebook-Preise steht leider nichts im Artikel.)

    Frei nach van Sade: Noch eine Anstrengung, Holländer, wenn ihr Republikaner sein wollt!

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