Steht Rapidshare vor dem Aus?

Es scheint, als würde sich ein Problem der Buchverlage von selbst erledigen: Rapidshare hat 45 seiner 60 Mitarbeiter entlassen. Die Geschäfte laufen schlecht, die zahlenden Kunden sind längst umgezogen. 
In den letzten Jahren sei der Markt deutlich kompetitiver geworden, und einige Mitbewerber konnten Rapidshare bei Service und Innovation überholen, heißt es in einer Stellungnahme des Schweizer Unternehmens. Allein in den vergangenen drei Monaten sind die Besucherzahlen laut Alexa um 50% zurückgegangen. „Wir müssen Kosten senken und uns von etlichen Mitarbeitern trennen“, bestätigte CEO Kurt Sidler die Entlassungen der Schweizer Zeitung „20 Minuten“. „Rapidshare wird den Betrieb aber aufrechterhalten und hat konkrete Pläne für die Zukunft.“
Rapidshare hat sich auf die Speicherung und den Austausch von Dateien spezialisiert hat und finanziert sich durch kostenpflichtige Premium-Zugänge. Das Geschäftsmodell wurde immer wieder angepasst, nicht zuletzt unter dem wachsenden Druck der Urheber, die zahlreiche Gerichtsverfahren gegen Rapidshare angestrebt haben. Auch die Buchverlage führen seit 2010 einen exemplarischen Rechtsstreit gegen Rapidshare, weil über den Filehoster immer wieder illegal E-Books getauscht werden (wie auch die GfK bestätigen konnte).
Im Juli 2012 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) erklärt, dass Rapidshare Urheberrechtsverletzungen erleichtere (hier mehr). Wenn die Firma auf eine Rechtsverletzung hingewiesen wird, muss sie den Inhalt nicht nur entfernen, sondern auch dafür sorgen, dass er nicht wieder auftaucht. Allerdings seien Sharehoster nicht verpflichtet, Dateien allgemein auf Rechtsverletzungen zu überprüfen. 
Mehr zum Thema im aktuellen buchreport.express 22/2013 (erscheint am Donnerstag, den 31. Mai 2013, und ist hier zu bestellen).

Kommentare

2 Kommentare zu "Steht Rapidshare vor dem Aus?"

  1. Manuel Bonik | 27. Mai 2013 um 12:17 | Antworten

    Es war schon des längeren unübersehbar, dass sich Rapidshare sehr bemüht hat, illegal Hochgeladenes von seinen Seiten fernzuhalten, und das weit mehr, als es die paar wenigen Gerichtsurteile zu seinen Ungunsten erforderten. Insofern sollte sich jetzt niemand einreden lassen, das wäre ein Erfolg der Strategie (wie sie z. B. der Börsenverein vertritt), gerichtlich gegen Filehoster vorzugehen (auch wenn das natürlich jetzt wieder reichlich behauptet werden wird). Es ist ja auffallend genug, dass immer NUR gegen Rapidshare vorgegangen wurde, offensichtlich, weil das eine ordentliche Firma in der Schweiz ist, einfach zu erreichen und (bislang) solvent, und obwohl sie in Sachen Ebooks schon lange kaum noch eine Rolle gespielt hat und gegen andere vorzugehen viel dringlicher (gewesen) wäre. Warum klagt zum Beispiel niemand gegen share-**? Ach so, die sitzen (offiziell) in Belize.
    So oder so hat Rapidshare noch Hunderte Brüder und Schwestern, und alle paar Tage kommen neue hinzu, die, wann immer mal ein Filehoster verschwindet, sofort die Lücke füllen.

  2. Rapidshare spielt schon seit Jahren keine Rolle bei den Ebooks mehr. Sie sind dort aktiv gegen die Uploader – ihre ‚Lieferanten‘ – vorgegangen. Das war juristisch korrekt, aber betriebswirtschaftlich keine tolle Idee. Leere Regale sind nicht das, was der Kunde will.

    Für mich völlig unverständlich, warum sie ohne Geschäftsmodell nicht sofort die Seite eingestellt haben.

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