Im Siebten Himmel

„Im stationären Sortiment herrscht derzeit eine echte Aufbruchstimmung“, konstatiert Bastei Lübbe-Geschäftsführer Klaus Kluge. Nach dem grauen Krisengeraune der Vergangenheit trommeln viele Händler mit wachsendem Selbstbewusstsein gegen die drückende Online-Konkurrenz. Herausgefordert durch das Web, setzt der stationäre Handel wieder verstärkt auf alleinstellende Profilierung. Bastei Lübbe will da mitmischen, eigene Impulse setzen und schiebt Anfang September mit dem Concept-Store „Siebter Himmel“ in Köln ein besonderes Experiment an den Start (buchreport.de berichtete). Kluge hat jetzt erstmals Details zu dem Projekt enthüllt, das dem Verlag und seinen Handelspartnern als Testmarkt dienen soll.

Gegenentwürfe zur Online-Welt
„Wir glauben, dass es tragfähige Alternativen zu den großen Onlinern gibt und dass der stationäre Handel sehr gute Chancen hat“, betont Kluge im Gespräch mit buchreport. Während innovative Player aus anderen Einzelhandelssparten ihre Waren heute großzügig und mit Erfolg inszenieren, habe der Buchhandel an vielen Stellen aber noch Hausaufgaben zu machen. Der Lübbe-Shop, der unter dem Motto „Weniger ist mehr“ im angesagten Belgischen Viertel in Köln an den Start geht, will Auftrittsformen erproben und mit folgenden Attributen punkten:
  • Mit „Industriecharme“ und gezielt gesetzten optischen Highlights wird ein Produktmix offeriert, zu dem Bücher 60% beisteuern. 40% entfallen auf Geschenk- und Modeartikel sowie Accessoires.
  • Die Bücher werden überwiegend in Frontalpräsentation inszeniert. „Höchstens 5%“ sollen dabei von Bastei Lübbe kommen.
  • Auf der Verkaufsfläche mit insgesamt 250 qm werden drei Buchhändler das Publikum betreuen. Den Zielumsatz im ersten Geschäftsjahr hat der Verlag zurückhaltend mit 350000 Euro angesetzt.
  • Das verschachtelte Ladenlokal ist in mehrere „Erlebnisräume“ unterteilt. Beispiele: Kunst- und Bildbände, Literatur, Erstausgaben, ausgewählte Buch­objekte und Sammlereditionen werden im Bereich „Erlesenes und Erhabenes“ offeriert. In der „Designwelt“ haben Nonbook-Produkte der Lübbe-Tochter Räder und Artikel aus einem „passenden Programmumfeld“ ihren Platz. Das „Büdchen“ ist der Verkaufsort für Heftromane, Zeitschriften und ein „hochwertiges Sortiment an Blankbooks und Köln-Regionalia“.
Einbindung der digitalen Medien

Gestestet wird auch die E-Commerce-Komponente, die im stationären Sortiment als integriertes Geschäftsfeld heute unverzichtbar ist. Den Draht zum Internet hält für Bastei Lübbe ein White-Label-Shop von Libri heiß. Er beinhaltet auch Bausteine, die über Kundenbindung flankierend das „analoge“ Geschäft mit den Büchern befeuern sollen. Details zur Online-Extension:

  • Surfer werden auf einer vorgeschalteten Webseite mit Lese- und Kaufempfehlungen (Print, Digital und Nonbook), einem Veranstaltungsprogramm und thematisch gebündelten Angeboten begrüßt. 
  • Lübbe kündigt den Verkauf aller gängigen E-Book-Formate und ausgewählter Lesegeräte an. Für Frequenz soll auch ein Newsletter und ein Testleser-Forum sorgen.
  • Im Planungsstadium ist die Erstellung einer eigenen Buchhandels-App mit speziellen Informations- und Suchfunktionen.

Kommentare

1 Kommentar zu "Im Siebten Himmel"

  1. Michael Farthofer | 10. Mai 2013 um 13:10 | Antworten

    hm. haben die dann auch holtzbrink-ebooks? das ist leider das größte manko aller mir bekannten white-label-shops: dass die sich irgendwie verweigern. (mir egal warum.) schadet der ganzen branche.

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