Kehraus an der High Street

Rückläufige Ausgaben der Verbraucher, die wachsende Konkurrenz der Supermärkte und der Höhenflug der Online-Händler – dieses Gemisch an Faktoren hat nach einer aktuellen Studie dazu geführt, dass die Zahl der Buchhandlungen in Großbritannien seit 2005 um mehr als die Hälfte eingebrochen ist. Ob der Krisen-Trend anhält, ist auf der Insel umstritten. 

Nach Angaben der Statistiker von Experian (zitiert im „Telegraph“) gibt es aktuell 1878 Buchhandlungen in Großbritannien. Vor sieben Jahren seien rund 4000 verzeichnet worden. Experian berücksichtigt auf Bücher spezialisierte Einzelhändler in den Innenstädten und Shopping-Centern, darunter auch die Filialen von Waterstones; Supermärkte mit Buch-Sortiment werden nicht verzeichnet. Der Schließungs-Trend sei im vergangenen Jahr verschärft worden: Fast 400 Buchhandlungen hätten 2012 dicht gemacht, sieben Mal mehr als 2011. 
Diese Aussage von Experian wird jedoch von Tim Godfray, Chef des Buchhändlerverbands ABA, angezweifelt. Die Situation sei zwar weiterhin schwierig für die Sortimenter, doch nach eigenen Analysen sei die Zahl der Schließungen in den vergangenen zwei Jahren rückläufig. Godfray: „Wir sehen keine Ende des Buchhandels.“ Nehme man E-Books und gedruckte Bücher in Betracht, wachse der Markt, und das sei eine gute Nachricht für die Branche.
Der „Telegraph“ verweist in einem Artikel über die Experian-Analyse auf eine weitere Studie von Mintel, nach der die britischen Verbraucher 2012 rund 320 Mio Euro für E-Books ausgegeben hätten, fast doppelt so viel wie 2011; die Ausgaben für gedruckte Bücher seien dagegen um 6% gesunken. Die Hälfte der Verbraucher kaufe die meisten Bücher online, nur ein Drittel in den Läden.

Kommentare

1 Kommentar zu "Kehraus an der High Street"

  1. Man muss kein erfahrener Astrologe sein, um sich die nähere Zukunft vorzustellen. Es wird mit den Buchläden genau das Gleiche passieren, wie mit den Plattenläden vor ein paar Jahren auch. Die umsatzstarken Bestseller werden in Kiosken, Mediamärkten, in Supermärkten oder Tankstellen verramscht. Online (sprich Amazon, sonst niemand) wird sich einen wachsenden Teil abschneiden und analog zur Musikndustrie werden digitale Bücher (ob legal gekauft, ob Raubkopie, ob Onleihe …) auch steigende Marktanteile holen. Das Gros der Buchhändler wird auf der Stecke bleiben. Wie viele Schallplatten Läden gibt es denn noch? Ich denke, der Verband sollte die Buchhändler fairerweise darauf hinweisen und ihnen Aussstiegsszenarien bieten, zumindest Alternativen. Natürlich werden nicht alle Buchläden verschwinden und auch nicht in diesem Jahr, aber weit mehr als die Hälfte (90% in 5 Jahren?). Widersprüchlich im Artikel sind 2 Aussagen: einerseits hat sich die Zahl der Ladenschliessungen 2012 gegenüber 2011 um den Faktor 7 erhöht und andererseits wird behauptet, dass die Zahl der Schliessungen in den letzten 2 Jahren rückläufig sei. Offenbar stimmt hier mindestens eine der beiden Aussagen nicht! Ist das schlechte Statistik oder redet hier jemand Zahlen schön?

    Ganz interessant ist es auch, die Kommentare zum Artikel zu lesen (http://www.telegraph.co.uk/cul… – die lokalen Buchläden im UK kommen da nicht gut bei weg.

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