Zuschnitt auf die Zielgruppe

In einer zunehmend digital geprägten Forschungs- und Arbeitswelt müssen auch wissenschaftliche Bibliotheken ihren Bestand digitalisieren. Welche Anforderungen sich in diesem Prozess für Fachbuchhändler und Verlage ergeben, hat Beraterin Dorothea Redeker (Foto) im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Sortiments- und Fachbuchhandlungen (AWS) in einer Umfrage ermittelt. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Segmentierung je nach Bibliothekstyp, Fachdisziplin und Medienformat – eine Chance für Dienstleister, die diese Nischen bedarfsgerecht zu bedienen wissen, erklärt Redeker im Interview mit buchreport.de.
Stehen in zehn Jahren noch gedruckte Bücher in den wissenschaftlichen Bibliotheken? 
Die wissenschaftlichen Bibliotheken prognostizieren in der Gesamtsicht einen moderaten Anstieg des Anteils von digitalen Informationsprodukten am Erwerbungsetat, wobei es klare Unterschiede zwischen den einzelnen Bibliothekstypen gibt. Universitätsbibliotheken sowie größere Spezialbibliotheken gehen von einem schnelleren Umstieg von Print auf Digital aus, als beispielsweise Bibliotheken in Fachhochschulen. 
Was erwarten Bibliotheken von externen Dienstleistern? 
Die deutliche Differenzierung zwischen den Bibliothekstypen setzt sich auch in den Erwartungen an externe Dienstleister fort. Bündelungsleistungen der Dienstleister, wie beispielsweise das Einholen und Bearbeiten verlagsübergreifender Angebote, sind insbesondere für Fachhochschulen von Bedeutung, während Universitätsbibliotheken Wert auf administrative Leistungen legen, wie Fakturierung und Zahlungsabwicklung.
Für Dienstleister empfiehlt es sich, die Zielgruppen in den wissenschaftlichen Bibliotheken noch genauer anzuschauen und ein entsprechendes Portfolio anzubieten.
Wie können Verlage ihre Angebote besser auf die Bedürfnisse der Bibliotheken zuschneiden? 
Für Verlage zeigen die Ergebnisse der Befragung drei wichtige Aspekte: Erstens: Der Zuschnitt und Umfang ihrer Angebote, insbesondere im Zusammenhang mit den Allianz-Lizenzen entspricht eher den Anforderungen von Universitätsbibliotheken und einzelnen Spezialbibliotheken; Fachhochschulen finden sich in diesen Angeboten weniger wieder. 
Zweitens schätzen die Bibliotheken die Standardisierung und die Datenqualität, die mit Allianz-Lizenzen aufgrund des einheitlichen Kriterien- und Anforderungskatalogs an die Verlage verbunden sind.
Und drittens werden die Lizenzmodelle je nach Bibliothekstyp und Medienformat unterschiedlich eingeschätzt. Es empfiehlt sich, die Anforderungen der Bibliotheken in Abhängigkeit von ihrer Ausrichtung noch genauer zu untersuchen und entsprechend zu bedienen. 
Die Fragen stellte Lucy Kivelip.
Eine Zusammenfassung der Studie lesen Sie im aktuellen buchreport.express 2/2012 (hier zu bestellen). Die vollständigen Umfrageergebnisse können beim AWS per E-Mail unter info@aws-online.info angefordert werden. 
Foto: © Dietmar Funck

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