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Regenbogenfisch sagt Frankreich Adieu

Der Kinderbuchverlag NordSüd („Der kleine Eisbär“, „Der Regenbogenfisch“) hat sich von seinem französischem Imprint Èditions NordSud getrennt. 50 Jahre nach Gründung des Schweizer Verlags übernimmt der belgische Verlag Mijade den Vertrieb im Hexagone. Der Schritt ist eine weitere Etappe beim Rückzug der Oetinger-Tochter von der internationalen Bühne. Zum Jahresende geht Verleger Urs Gysling (Foto).

Der 1961 gegründete Verlag gilt mit einem Jahresumsatz von rund neun Millionen Euro als größter Kinderbuchverlag in der Schweiz. Der Verlag bringt nach eigenen Angaben rund 40 Neuerscheinungen pro Jahr auf den Markt und unterhält nach der Trennung der 1994 gegründeten Dependance in Paris nur noch eine Tochtergesellschaft (NorthSouth Books) in den USA. Der belgische Verlag Mijade besitzt laut NordSüd im französischen Sprachraum eine starke Position im Kinderbuchmarkt.

Nicht nur der Abschied aus Frankreich beschäftigt aktuell die Mitarbeiter. Mitte Juli kündigte Verleger Urs Gysling seinen Abschied zum Jahresende an. Der 48-Jährige wechselt zum Ende des Jahres zu Axel Springer Schweiz und wird dort Leiter des Beobachter Buchverlags. Als Aktionär und Verwaltungsrat bleibe er bei NordSüd engagiert, hieß es beim Zürcher Verlag.  Der Nachfolger wurde noch nicht bekanntgegeben.

NordSüd hat eine bewegte Vergangenheit, in der sich die Schweizer allmählich von ihren internationalen Aktivitäten verabschiedet haben:

  • Der NordSüd Verlag wird 1961 von Dimitri und Brigitte Sidjanski im Zürcher Oberland gegründet.
  • 1972 übernimmt der Hamburger Cecilie Dressler Verlag die Verlagsvertretung von NordSüd  für den Markt in Deutschland und Österreich.
  • 1979 geht der Verlag in die Hände des Verlegersohns Davy Sidjanski über.
  • Mit Beginn der 1980-er Jahre wird die internationale Präsenz des Verlags ausgebaut. Bis 1999 entstehen acht Imprints des NordSüd Verlag in Japan, Finnland, Dänemark, Italien, Norwegen, Holland, Frankreich und die letzte heute noch zum Verlag zählende Tochtergesellschaft NorthSouth Books in New York.
  • 1993 wird das Programm des Michael Neugebauer Verlags bei NordSüd integriert.
  • 2004 gerät NordSüd in Zahlungsnöte – Insolvenz; Verleger Urs Gysling übernimmt zusammen mit einer Gruppe von in der Buchbranche engagierten Investoren den Verlag aus der Konkursmasse.
  • Seit Mitte 2009 gehört der NordSüd Verlag durch Mehrheitsbeteiligung (60%) zur Verlagsgruppe Oetinger.
  • Ende 2011 verlässt Gysling den Verlag.

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