Buchhändler bleiben Fortbildungen fern

„Rabenschwarz“ begann das Seminargeschäft im letzten Jahr, erinnert sich Michael Menard, Geschäftsführer im Landesverband Nord des Börsenvereins. Ein Jahr nach der Krise zeigt sich ein ambivalentes Bild: Der Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen jubelt über eines der erfolgreichsten Seminarjahre, andere setzen den Rotstift an.

Höhen und Tiefen von Land zu Land

  • In Berlin und Hamburg lag die Teilnehmerquote in 2009 und 2010 stabil bei ca. 750 Personen pro Jahr.  
  • Beim Börsenverein Hessen fanden wieder 77 Prozent der Seminare statt, 2009 waren es nur knapp 60 Prozent.
  • Geringer Zuwachs in Bayern: In diesem Jahr gab es im Vergleich zum Krisenjahr 3,3 Prozent mehr Teilnehmer.    
  • Der Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen feiert eines der erfolgreichsten Seminarjahre: Im Verhältnis zum letzten Jahr stiegen die Teilnehmerzahl und das Seminarangebot um jeweils 40 Prozent.
  • In Nordrhein-Westfalen hingegen gingen die Anmeldezahlen stark zurück. „Unser Seminargeschäft hat in den letzten zwei Jahren gelitten“, erläutert Geschäftsführerin Gabriele Schink. Mögliche Erklärung: In NRW träfen Strukturumwandlungen oft früher ein als in anderen Ländern. Als Folge hat der Landesverband NRW sein Fortbildungsprogramm um etwa ein Drittel zurückgefahren. Trotzdem blieb die Ausfallquote gleich: Knapp 60% der Seminare fielen sowohl 2009 als auch 2010 aus.
  • Niedersachsen-Bremen bot in diesem Jahr fünf zusätzliche Seminare an. Mit Erfolg: Knapp die Hälfte konnte stattfinden. Im Vorjahr waren es nur 3 von 9 Seminaren.
  • In Baden-Württemberg fielen in diesem wie im letzten Jahr knapp 40 Prozent aller angebotenen Seminare aus.

NRW will jetzt prüfen, ob neue Formate, wie E-Learning-Seminare und modulare Angebote, oder andere Zeiten und Orte mehr Teilnehmer locken.


Wo bleiben die Buchhändler?

Über alle Länder hinweg scheinen vor allem Buchhändler den Fortbildungen fernzubleiben. Während in Baden-Württemberg 70 Prozent der Seminare für Verlage stattfanden, waren es im Handel nur zwei von sieben. „Dabei gibt es im Buchhandel viele Wissenslücken bei Alltagsthemen wie Einkauf, Rechnungswesen oder Ladenbau, bei Kundenbindungsstrategien und Internetgestaltung“, erklärt LV-NRW-Geschäftsführerin Schink. Seminarbesuche zu diesen Themen sollten daher im Interesse jedes Unternehmens wahrgenommen werden.

Besonders beliebt sind im Sortiment Buchbesprechungs-Veranstaltungen, bei denen Referenten ausgewählte Novitäten vorstellen. Hier konnte der Berliner Verband die Teilnehmerzahl 2010 im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppeln.

Beim Zukunftsthema Digitalisierung schlägt die unterschiedliche Interessenslage von Sortiment und Verlag durch: „Während das Herstellerseminar zu E-Books wegen großer Nachfrage wiederholt wird, ist das entsprechende Seminar für das Sortiment mangels Interesse ausgefallen“, resümiert LV-Nord-Geschäftsführer Menard.

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