Marcel Weiß: Facebook personalisiert den E-Commerce

Facebook hat auf der diesjährigen F8-Konferenz, die das größte Social Network der Welt jährlich für Entwickler abhält, wesentliche Neuerungen bekanntgegeben, die auch den E-Commerce nachhaltig verändern werden.Bereits vor einem Jahr hat Facebook mit Facebook Connect die Möglichkeit für externe Websites geschaffen, um:

– sich mit Facebook zu verknüpfen,
– Inhalte direkt in die Newsfeeds der Facebook-Nutzer zu schicken
– und Facebook als Log-In-System zu benutzen.

Jetzt hat Facebook einen ganzen Korb neuer Funktionen vorgestellt, die im Grunde eine verbesserte Version von Facebook Connect bedeuten, wie ich in meiner Analyse auf neunetz.com schrieb:

„Was Facebook hier vorstellt, ist ein strukturierteres, entwicklerfreundlicheres Facebook Connect mit mehr Funktionen.“

Was hat Facebook genau vorgestellt und was bedeutet das für den E-Commerce?

Social Plugins: Einfach zu integrierende Widgets und Skripte. Der Like-Button ist zum Beispiel nun webweit einsetzbar.
Für den E-Commerce: Nutzer können damit jede Website eines Shops mit einem Klick in ihrem Newsfeed verlinken.
Open Graph Protocol: Die Social Plugins basieren auf dem Open Graph Protocol. Dieses neue Protokoll von Facebook dient dazu, Websites mit Metadaten anzureichern, die dann von Facebook kategorisierbar werden. Ein Klick auf den Like-Button auf IMDb fügt den entsprechenden Film auf dem Facebook-Profil unter „Filme“ hinzu.
Für den E-Commerce: Entsprechend im Shop implementiert, kann der Nutzer einzelne Produkte direkt von der Shop-Seite an seinen Facebook-Newsfeed schicken oder Produkte in sein Profil aufnehmen.
Graph API: Eine neue Programmierschnittstelle, die den Zugriff auf Streams und Daten von Facebook für Entwickler erleichtert.
Für den E-Commerce: Nicht nur hat die Funktionalität zugenommen, sondern auch die Kosten für die Implementierung sind gesunken. Das Ignorieren dieses „Nebenkriegsschauplatzes“ lässt sich für die meisten Händler nun kaum noch begründen.

Das Gesamtangebot bedeutet eine relativ kostengünstige Personalisierungsmöglichkeit für Online-Shops.

Zwei Usecase-Kategorien für den E-Commerce ergeben sich meiner Meinung nach:

1. E-Commerce-Angebote als Satelliten im Facebook-System

Das wird der häufigste Use-Case sein: Online-Händler integrieren die Facebook-Funktionalitäten auf ihrer Site und werden damit mit relativ geringem Aufwand personalisierbar.

Der Ticket-Dienst Amiando zählt zu den ersten Anbietern, die die neuen Funktionen integriert haben.

Events können mit einem Klick auf den Like-Button im Facebook-Profil erscheinen. Für Eventseiten gibt es außerdem ein Facebook-Chat-Board. Dort veröffentlichte Nachrichten können auf Wunsch auch gleichzeitig im Facebook-Profil gepostet werden.

2. E-Commerce-Anbieter greifen selbständig auf Open Graph Protocol zu

Das Open Graph Protocol, das wir oben schon angesprochen haben, unterstützt das sogenannte OWF Agreement. Das heißt, es ist frei verfügbar und kann von anderen Plattformen eingesetzt werden, ohne dass diese etwaige Patentansprüche seitens Facebook befürchten müssen. Diese Tatsache in Verbund mit Facebooks Größe, das das eigene Protokoll vollumfänglich unterstützen wird, lässt mich vermuten, dass dieses Protokoll schnell zum De-Facto-Standard wird.

Das ermöglicht Anbietern künftig, auch unabhängig von Facebook mit dieses Protokoll einsetzenden Websites zusammenzuarbeiten.

Wie das besonders im E-Commerce aussehen kann, ist noch offen. Die Möglichkeit aber wird bestehen und in einigen Fällen sinnvoll sein. Besonders für große Händlerplattformen wie Amazon oder eBay kann es sinnvoll sein, eigene Lösungswege abseits von Facebook zu beschreiten. Und sei es nur zusätzlich zur Facebook-Anbindung.

Die vorgestellten neuen Funktionen von Facebook werden das Web und damit auch den E-Commerce nachhaltig verändern, denn in nächster Zeit wird es zu einer rasend schnellen Sozialisierung und Personalisierung des Webs kommen. Als Vergleich: Facebook Connect wurde nach einem Jahr von 100 Millionen Menschen eingesetzt.

Wir werden diese Entwicklungen auf Exciting Commerce weiter verfolgen und einordnen.

Von Marcel Weiß, Exciting Commerce

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