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Kommentar
Freitag, 19. Oktober 2012 (11:17 Uhr)


Lucy Mindnich fordert mehr Mut zum E-Book-Verleih

Den Markt gestalten

Bei elektronischen Medien verliert das Sammeln und Aufbewahren an Charme. Das zeigt der Erfolg von Streaming-Portalen im Film- und Musikmarkt. Das Modell lässt sich leicht auf E-Books übertragen, dank der Tatsache, dass die meisten Titel nur einmal gelesen werden und E-Books kein Wohnzimmer schmücken. Dennoch zögern viele Verlage, ihre Titel für den Verleih anzubieten, zu groß ist die Angst vor Kannibalisierungseffekten. Eine kurzsichtige Haltung.

Bücher leihen ist ein klassischer Lektürezugang. Zahlreiche Buchleser versorgen sich außerhalb des Buchvertriebs: Im Gebrauchtbuchhandel, in der Bibliothek – oder elektronisch bei Piraterieplattformen. Es gibt einen großen Markt, an dem die Verlage bisher nicht bzw. nur indirekt partizipieren und auf dem sie jetzt unverhofft mitmischen können. Auch können Miet- und Flatrate-Modelle den Markt vergrößern: Bei der E-Book-Bibliothek „Skoobe“ hat jeder Zweite ein Buch gelesen, das er nicht gekauft hätte.

Amazon hat das Kundenbedürfnis erkannt und bietet den Verleih von E-Books an, während sich die Verlage noch zurückhalten. Aufhalten können sie das Verleih-Modell dennoch nicht. Letztlich setzen sich jene Modelle durch, die für den Leser bequem sind. Die Verlage sollten dem Amazon-Vorstoß deshalb attraktivere Modelle entgegenstellen: Denkbar ist der Verleih einzelner Titel, eine E-Book-Bibliothek oder das Abonnement bestimmter Genres, Themen, Serien oder Autoren.

Solange die Verlage selbst aktiv werden, während der E-Book-Markt noch jung und formbar ist, können sie den Markt gestalten und angemessene Preismodelle etablieren, mit Blick auf neue Zielgruppen. Wenn sie weiterhin abwarten, wird Amazon den Markt auf eigene Faust formen. 



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