Paula Irmschler über »Superbusen«

In den aktuellen Frühjahrs-Programmen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autoren. buchreport stellt 14 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Paula Imschler

Paula Irmschler, 1989 in Dresden geboren, zog 2010 für ihr Studium nach Chemnitz. Anschließend zog sie nach Köln, arbeitete dort als Garderobiere und schrieb eine Kolumne für „Intro“. Seitdem veröffentlichte sie u.a. Texte in „Jungle World“, „Missy Magazine“ und „Jolie“ und hat seit 2017 eine Kolumne bei „Neues Deutschland“, in der sie meist über feministische Themen schreibt. Seit Herbst 2018 ist sie Redakteurin des Satiremagazins „Titanic“. Ihr Debütroman „Superbusen“ erscheint bei Claassen (Ullstein). (Foto: privat)

Mein Roman in vier Sätzen

Gisela zieht nach Chemnitz, weil sie nicht weiß, wo sie sonst hin soll. Dort lernt sie verschiedene Menschen, insbesondere tolle Frauen, kennen, die sich endlich verstanden fühlen. Gemeinsam gehen sie auf linke Demonstrationen, hängen viel rum und machen schließlich Musik. Mit ihrer Band „Superbusen“ haben sie große Pläne, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht so ganz erfüllen, dafür findet fast jede von ihnen etwas für sich selbst.

Mein Weg zu Claassen

Meine wunderbare Agentin Barbara Wenner hat mein Manuskript an passende Verlage rausgeschickt und als ich die wunderbaren Ullstein-Menschen traf, war es Liebe auf den ersten Blick und außerdem gab es viel Wein.

Das Verdienst meiner Lektorin

Linda Vogt lässt mir genau die Freiheit und Zeit, die ich brauche, um nicht verrückt zu werden und kommt dann mit der genau richtigen Portion Strenge um die Ecke, wenn ich es doch gerade drohe zu werden. Sie hilft mir außerdem vor allem, mich und meine Schreiberei selbst ernster zu nehmen. Sie wird die Augen verdrehen, wenn sie „Schreiberei“ liest.

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche …

… ist noch ziemlich frisch und ich verstehe noch nicht, wer wichtig sein soll und bei wem man lieber mit gewaschenen Haaren auftauchen sollte. Die meisten Leute sagen einem aber, es ist letztendlich eh alles egal, weil niemand „die Branche“ so wirklich leiden kann und dadurch ist dann doch wieder alles entspannt und das ist doch sehr sympathisch.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Da würde ich jetzt gern eine coole nennen, aber da ich sehr viel herumfahre, sind es wohl alle Bahnhofsbuchhandlungen. Oder doch: Wenn ich in Berlin bin, gehe ich immer in die oh*21 in der Oranienstraße.

Meine Lieblingsautorin

Zurzeit ist es Puneh Ansari.

So lese ich

Am liebsten im Laufen zwischen Haltestelle und Zuhause, weil ich ungern still sitze. Die Leute gucken wie sonstwas und man hält sich für Belle aus „Die Schöne und das Biest“, aber es ist super und besser als Smartphone, weil es nicht blendet. Dementsprechend fällt man nicht hin.

Schreiben ist für mich

Ich kann nichts anderes. Außer Spagat und fest verschlossene Gläser öffnen. Aber das schockt schon lange nicht mehr.

Wenn ich nicht gerade schreibe …

… suche ich nächtelang das komplette Internet nach dem einen Lied ab, das ich vor etwa 23 Jahren mal in dem einen Urlaub, den ich auch schon halb vergessen habe, eventuell gehört habe. Und Ähnliches.

 

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Paula Irmschler entfaltet in ihrem Debütroman ab der ersten Seite mit scharfsinnigem Witz ein außergewöhnliches Ost-West-Panorama. Es ist ein Buch über Musik und vor allem über Freundschaft. Die Autorin hat sich ja bereits mit ihren Texten in der „Titanic“ einen Namen gemacht, aber die Tiefe und die Wärme ihres Debüts zeigt eine ganz neue Facette ihres Schreibens. Ich bin froh und dankbar, Paula Irmschlers Debüt im ersten Claassen Programm zu wissen.

Linda Vogt, Programmleiterin

 

Debütanten im Frühjahr 2020 – im buchreport.magazin 01/2020

 

 

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