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Nicht verzetteln!

Der stationäre Handel ist unter Druck, das Bücherlesen im Wettbewerb der vielen Freizeitangebote auch. Da ist es gut, dass die Branche nicht nur jammert, sondern den Kopf hoch nimmt. Und wenn viel auch viel hilft, wäre die Buchhandelsbranche in diesem Frühjahr sogar auf einem guten Weg:
  • Die weitläufig entfachte kritische Sicht auf den Wettbewerber Amazon,
  • die augenzwinkernde „Vorsicht Buch!“-Kampagne des Börsenvereins,
  • der anstehende schulklassenbewegende Welttag des Buches,
  • die auf Werte und Lebensqualität setzende Buy-local-Bewegungen.
Gerade die Buy-local-Idee euphorisiert in diesen Tagen viele Buchhändler. Der im Buy-local-Verein erarbeitete Ethik- und Leistungskatalog ist nämlich zuallererst identitätsstiftend. Das Selbstbewusstsein, zu den Nachhaltigen, Fairen und Gemeinsinnigen zu gehören, könnte sich sogar körpersprachlich zeigen und via Ausstrahlung auch im Umsatz positiv bemerkbar machen.

Eine ganz andere Frage ist, welche komplexen Botschaften den Kunden tatsächlich zu vermitteln sind. Der Appell, körperlich oder online bei einem lokalen präsenten Händler einzukaufen und nicht im anonymen Online-Shop, ist noch gut rüberzubringen. Bei der Differenzierung in gute Standort- und irgendwie problematische Filialhändler ist die Grenze aber schnell erreicht.

So groß und noch frisch der Frust der Standorthändler über die als destruktiv erfahrene Filialistenexpansion ist: Solche Abgrenzung überfordert und führt – siehe die auf den Lokalmarketing-Zug aufspringenden Filialisten-Kampagnen (hier mehr) – nur zur Verzettelung. Hier hilft weniger mehr. 

Kommentare

1 Kommentar zu "Nicht verzetteln!"

  1. Ich find es äußerst putzig, dass die „buy local“-Händler so pauschal die Fairness für sich selbst reklamieren. Nicht nur Gewerkschafter wissen genau, dass die Antithese „Knechtschaft im Logistikzentrum vs. kuscheln im Handel“ nie gestimmt hat und heute vielleicht weniger denn je stimmt.

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