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Die Rechnung geht nicht auf

Mit der kleinen Vorbemerkung, dass Buchlieferanten in Lebensmittelmärkten auf glattem Parkett und mit knappen Margen agieren, hatte buchreport im August über die Pläne einer Kooperation von Buchgroßhändler Libri und der Kaufland-Kette berichtet. Jetzt ist die angedachte Zusammenarbeit bereits im Ansatz gescheitert.

Die zur Schwarz-Gruppe (u.a. Lidl) gehörende Kaufland-Kette verfügt über ca. 280 Filialen und sucht für ihr Buchgeschäft einen zweiten Lieferanten. Seit der Insolvenz des Mediendienstleisters TMI im vergangenen Jahr hat der Nebenmarktspezialist Buchpartner in diesem Segment eine Alleinstellung, die Kaufland offenbar auflösen möchte. Geplant war deshalb ein Belieferungs-Test mit Libri für 20 SB-Märkte.

Während Libri-Geschäftsführer Pascal Zimmer die gescheiterten Verhandlungen nicht kommentieren will, berichtet die „Lebensmittel Zeitung“ über die Unnachgiebigkeit der Kaufland-Unterhändler bei den Konditionenfragen. Libri hat offenbar vor allem auf seine Stärke eines aktuellen, preisgebundenen Sortiments gesetzt, während die Kalkulation im Lebensmittelhandel üblicherweise auf einer Mischung mit einem hohen Anteil preisfreier Ramschtitel setzt. Angesichts der Anforderungen, Ramsch zu integrieren und die Regalpflege zu organisieren – beides gehört bisher nicht zur Libri-Kernkompetenz – plus die Übernahme des Warenrisikos: Da dürfte die Rechnung für den Buch-Großhändler nicht aufgegangen sein.

Aus buchreport.express 42/2009

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