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Der Handel ist keine Wachstumsbranche

Nach dem zweistelligen Umsatzplus im März (hier mehr) sind nicht nur die Buchhändler gut gelaunt. Im gesamten Einzelhandel steigt die Stimmung, meldet der HDE, dämpft dennoch die Erwartungen.
Nach einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 1300 Einzelhandelsbetrieben aller Standorte, Größen und Branchen schauten die Händler mit verhaltenem Optimismus auf das laufende Jahr:
  • Mehr als zwei Drittel der Händler erwarteten für 2013 stabile oder steigende Umsätze. 
  • Differenziert nach Branchen: Der Jahresauftakt sei insbesondere für den Textilhandel – wegen des langen Winters – schwierig verlaufen; positiv sähen dagegen die Händler mit Lebensmitteln, Möbeln sowie mit Bau- und Heimwerkerartikeln die aktuelle Lage.
  • Die Branche rechne mit stabilen Beschäftigtenzahlen – der Einzelhandel ist mit rund drei Mio direkt Beschäftigten sowie 1,4 Mio Mitarbeitern bei Dienstleistern und Lieferanten einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. 

Der HDE rechnet in diesem Jahr mit einem nominalen Umsatzplus von 1% (auf 432,1 Mrd Euro). Beim Online-Handel geht der HDE von einem Umsatzwachstum um 12% auf 33,1 Mrd Euro aus.

Trotz der positiven Umfrageergebnisse gebe es jedoch keinen Grund zur Euphorie, so der HDE. Preisbereinigt würden die Umsätze 2013 voraussichtlich leicht unter Vorjahresniveau liegen. „Der Einzelhandel ist keine Wachstumsbranche, er entwickelt sich – auch im Vergleich zu anderen Branchen – unterdurchschnittlich“, erklärt HDE-Chef Stefan Genth auf der Frühjahrs-Pressekonferenz des HDE. Ursachen:

  • Die Unternehmen seien mit einer „grundlegenden Marktsättigung“ konfrontiert. 
  • Steigende Konsumausgaben für Energie, Gesundheit und Ähnliches führten zu einem rückläufigen Konsum im Einzelhandel; die Kaufkraft im Einzelhandel stagniere mindestens.
  • Seit der Jahrtausendwende sei der Anteil des Einzelhandelsumsatzes am privaten Konsum um über 6 Prozentpunkte gesunken. 
  • Der Onlineboom sorge für große Strukturveränderungen.

Der HDE warnt vor diesem Hintergrund vor zusätzlichen Belastungen für Verbraucher und Unternehmen nach der Bundestagswahl; dabei hat der Verband besonders die „ungerechte kalte Progression“, die Hinzurechnung von Mieten und Pachten bei der Gewerbesteuer sowie Pläne zur Einführung einer Vermögenssteuer im Auge – diese wäre besonders für viele mittelständische Einzelhändler existenzbedrohend.

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