Das Ende des Club-Dinos

Ein Tanker mit langem Bremsweg: Im Schatten der Weltbild-Krise verabschiedet sich der langjährige, längst abgeschlagene Hauptwettbewerber Club Bertelsmann in relativ geordnetem Rückzug vom Markt. Nach dem bereits seit Längerem erfolgenden Rückbau der Filialen und nicht mehr forcierter Mitgliederwerbung löst die im Juni getroffene Entscheidung, Ende 2015 das Club-Licht auszublasen, in der Branche keine große Überraschung mehr aus. Die einstige Königsidee von Reinhard Mohn (1921–2009), wohlfeile Sonderausgaben für Mitglieder anzubieten, gilt als Grundstein des Medienkonzerns Bertelsmann, war dort aber seit Jahren nur noch ein Klotz am Bein.
Zunächst erfolgt der stationäre Rückzug der Ende 2013 noch verbliebenen gut 100 Filialen auf nur noch gut 30, fast ausschließlich von Partnern betriebene Filialen im Weihnachtsgeschäft 2014, die jetzt sukzessive bis März 2015 dichtmachen. Im Versandgeschäft geht es offenbar noch ein Weilchen weiter, bis zum Weihnachtsgeschäft 2015. Bis zum Schluss sollen preisoffensive Club-Ausgaben angeboten werden. Zur finalen Verramschung gebe es noch keine ausgearbeiteten Pläne, heißt es auf buchreport-Anfrage.
Der deutsche Club verschwindet 65 Jahre nach der Gründung des Vorläufers Lesering endgültig von der Bildfläche. Zu besten Zeiten hatte der Club 5 Mio Mitglieder und stationär mehr als 300 Anlaufstellen. Seine ausländischen Clubbeteiligungen hatte Bertelsmann zum großen Teil von 2008 bis 2011 verkauft.

Die bisherigen Teile des buchreport.de-Jahresrückblicks:

Teil 1

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