Globale Bühne unter Druck

Licht und Schatten liegen bei der 70. Auflage der Frankfurter Buchmesse (10. bis 14. Oktober) dicht beieinander: Die Leistungsschau der Branche wird bei den Ausstellern insgesamt wohl leicht über dem Vorjahr liegen. Dafür sorgen aber Unternehmen aus dem Ausland. „In Deutschland stagniert der Markt, das bekommt auch die Buchmesse zu spüren“, sagt Katja Böhne, Geschäftsleiterin Marketing und Kommunikation. Externe Einflüsse auf das Marktgeschehen wie das VG Wort-Urteil, aber auch die wenig Fantasie weckende Buchkonjunktur zeigen offenbar Wirkung.

Trubel am Main: Wenn die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr weiter zulegt, wird es wohl an den Unternehmen aus dem Ausland liegen, die vermehrt Stände buchen. Auch als gefragter Rechte-Marktplatz bleibt der Branchentreff offenbar weiterhin relevant. (Foto: buchreport/DZ)

Mehr Rechtehandel, Bildung und Medien für Junge

Wie berichtet, fahren in diesem Jahr u.a. BLV, die Edel-Buchverlage mit dem Flaggschiff ZS und die Buchverlage der Ganske-Gruppe (Hoffmann und Campe, Gräfe und Unzer, Travel House Media und Hatje Cantz) nicht zur Buchmesse, wobei die Ganske-Buchverlage dafür ausschließlich organisatorische Gründe ins Feld führen (s. buchreport.datei). Wie stark sind die Einbrüche bei den heimischen Ausstellern? Detaillierte Zahlen zu den Standbuchungen und zur Flächenbelegung will die Frankfurter Buchmesse erst zur Eröffnung präsentieren.

Tendenzen und Neuerungen der Buchmesse im Überblick:

  • Mehr Internationalität: Rund 70% der Aussteller, die mit ihren Büchern und brachenrelevanten Produkten anreisen, kommen aus dem Ausland. Italien hat die Präsenz stark ausgebaut, Afrika, aber auch Südostasien zeigen verstärkt in den Messehallen Flagge.
  • Mehr Rechtehandel: Für das Rechtezentrum Literary Agents & Scouts Centre haben sich in diesem Jahr rund 800 Agenten registrieren lassen (Plus 5,6% gegenüber Vorjahr). Laut Buchmesse ist das ein neuer Buchungsrekord. Hier haben vor allem Nordamerika, Kanada, Afrika und Südostasien regional zugelegt.
  • Mehr Kinder- und Jugendbuch: Größer wird nach Angaben der Buchmesse der Bereich Kinder- und Jugendmedien. Die Aussteller verteilen sich über mehrere Hallen – neben Halle 3.0 finden sich in Halle 6 Anbieter englischsprachiger Kinder- und Jugendmedien. In Halle 5 sind Bücher aus europäischen Ländern, Lateinamerika und dem arabischen Raum vertreten. Mit dem neuen Frankfurt Kids – Foyer 5.1/6.1 wird ein internationales Kinderbuchzentrum für Business und Networking eingeführt.
  • Mehr Platz für Bildung: Mit dem Schwerpunkt Frankfurt EDU soll auf der Buchmesse eine neue internationale Plattform für innovative Konzepte, Inhalte und Technologien der Bildungsbranche entstehen. Aussteller der Bildungsbranche präsentieren sich in den Hallen 4.2 (internationale Aussteller) und 3.1 (deutsche Aussteller). Angekündigt werden neue Bühnen und Formate in der Halle 4.2 wie die Education Stage, die EdTech-Area und ein interaktives Bildungslabor auf 500 qm am Messe-Wochenende.
  • Mehr für die Comicfans: Nach der Premiere im vergangenen Jahr wird der Cosplay-Bereich vergrößert. In Halle 1.1. stehen am Messe-Wochenende allen Cosplayern, Comic- und Manga-Fans, Gamern, Zeichnern und Fantasy-Fans jetzt 8000 qm zur Verfügung. Zur neuen Cosplay Area gehören u.a. ein ausgedehnter Händlerbereich, ein Zeichner-Bereich, eine Gamingzone und eine großzügige Chill-Out-Zone für das junge Publikum.
  • Breite Bühne für Georgien: Die Kaukasus-Republik präsentiert sich unter dem Motto „Made by Characters“. Erwartet werden 70 Autoren aus Georgien, für den Auftritt wurden 160 Titel aus dem Georgischen ins Deutsche übersetzt.

Lücken in den Hallen

BLV, die Edel AG und die Buchverlage der Ganske-Gruppe (Hoffmann und Campe, Gräfe und Unzer, Travel House Media und Hatje Cantz) verzichten in diesem Jahr auf Messestände, wobei die Ganske-Verlage dafür ausschließlich organisatorische Gründe nennt (s. buchreport.express 34/2018).

BLV und die Edel AG stellen die Kosten-Nutzen-Relation infrage. Auf einen Stand verzichten auch die Plassen-Buchverlage. „Wir testen in diesem Jahr, ob es irgendeinen negativen Effekt für uns hat, wenn wir auf einen Stand auf der Buchmesse verzichten. Oder ob wir mit einem Sitz im Business Club und den Terminen, die man ohnehin hauptsächlich extern macht, nicht eigentlich das gleiche Messergebnis bekommen, mit deutlich weniger Personalaufwand und deutlich weniger Kosten“, erklärt Verlagsleiter Sebastian Grebe. 

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