Diogenes verliert die Rechte an Georges Simenon

Georges Simenon

Kein Maigret mehr bei Diogenes: Man habe die Rechte am Gesamtwerk des französischen Schriftstellers Georges Simenon verloren, bestätigt der Schweizer Verlag einen Bericht des „Perlentaucher“. Dem Online-Kulturmagazin war aufgefallen, dass Simenons Romane, egal ob die „Kommissar Maigret“-Krimis oder die Non-Maigrets, auf dem deutschen Buchmarkt vergriffen und nur noch antiquarisch erhältlich sind – zu teilweise exorbitanten Preisen.

Bereits seit September 2016 sind die deutschsprachigen Titel des Autors nicht mehr lieferbar. Hintergrund ist offenbar ein Rechtepoker um das Gesamtwerk, den Diogenes trotz seines großen Engagements und hochgelobter Werkausgaben verloren hat. „Wir sind enttäuscht über die Entscheidung von John Simenon (der Sohn des Schriftstellers; Anm. d. Red.) und der Agentur Peters, Fraser & Dunlop, die jahrzehntelange Zusammenarbeit vertraglich nicht zu verlängern, und möchten diese nicht weiter kommentieren“, erklärt Ruth Geiger, Sprecherin und Mitglied der Diogenes-Geschäftsleitung.

Diogenes hatte seit fast 40 Jahren das Gesamtwerk von Georges Simenon betreut und über 220 Bände veröffentlicht in einer Gesamtauflage von mehr als 6 Mio Exemplaren, zuletzt die Sammlereditionen sämtlicher 75 Maigret-Romane und ausgewählter 50 Non-Maigrets. Ob, wann und bei welchem Verlag es wieder eine deutschsprachige Ausgabe geben wird, steht bislang noch nicht fest.

Kommentare

1 Kommentar zu "Diogenes verliert die Rechte an Georges Simenon"

  1. Es tut richtig weh. Simenon und Diogenes, das war doch immer klar. Ich bin sehr enttäuscht, dass Tradition heute nichts mehr gilt. Welcher Verlag hatte bloß diesen Ehrgeiz, Diogenes die Rechte wegzunehmen, denn irgendeiner muss da doch ganz hoch gepokert haben.

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