Videomarkt lässt 2016 deutlich Federn

Der Video-Verleihmarkt verlagert sich zum Nachteil von Videotheken zusehends ins Digitale (Foto: Jason Cordis, Flickr, CC BY 2.0).

2015 setzte der gesamte Videomarkt noch 1.608 Mio Euro um, 2016 sind es 1.446 (–10%). Als Grund erkennt der Bundesverband Audiovisuelle Medien BVV vor allem fehlende Film-Highlights. Die drei erfolgreichsten Videoveröffentlichungen 2016 „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“, „Fack Ju Göhte 2“ und „James Bond 007 – Spectre“ stammen allesamt aus dem Vorjahr 2015. Hinzu kamen 2016 die Fußball-EM und die Olympischen Spiele, die Zuschauer gekostet haben.

Der BVV-Vorstandsvorsitzende Dirk Lisowsky (Universal Pictures Germany GmbH) erkennt in dem Rückgang aber „marktübliche Wellenbewegungen“. 2017 stünde ein „erfolgsversprechendes Line-up“ bevor.

Auch wenn das Digitalgeschäft kontinuierlich zulegt, wird der Video-Kaufmarkt weiterhin von physischen Medien dominiert. So entfallen 58% der Käufe auf das Format DVD, 32% auf Blu-rays und 10% auf den digitalen Verkauf filmischer Inhalte. Eine Stärkung des physischen Kaufmarktes erhofft sich der BVV auch von der Markteinführung des High-End Formates 4K UHD-Blu-ray.

Größere Verschiebungen der Formate ergeben sich bereits jetzt auf dem Videoverleihmarkt. 36% der Leihen entfielen 2016 auf das Format DVD, 19% auf Blu-ray und bereits 45% auf Video-On-Demand. Mit einem Umsatz der digitalen Abrufe in Höhe von 101 Mio Euro lag das Online-Geschäft 2016 erstmalig über dem der herkömmlichen Videotheken, die im letzten Jahr 99 Mio Euro generiert haben. Zusätzliche 21 Mio Euro wurden durch Internetbestellung und postalische Versendung physischer Bildtonträger erwirtschaftet.

8,9 Mio deutsche Konsumenten haben 2016 mindestens einen Verleihvorgang durchgeführt. 64% davon haben Filme digital abgerufen. Damit ist der Anteil der Online-Nutzer von 4,9 Mio Personen 2015 um weitere 15% angestiegen, so der BVV.

Kommentare

1 Kommentar zu "Videomarkt lässt 2016 deutlich Federn"

  1. Ein ganz klein wenig dürfte es auch mit den einschlägigen Piratenseiten zu tun haben, die in Deutschland ja nun wahrlich kein Geheimtip sind. Schau ich zum Beispiel bei similarweb nach k***x.to, hat diese zum Beispiel einen Deutschland-Rank von 45 (zum Vergleich buchreport.de 39713, bild.de 20; Stand 13.02.2017). Ich halte diese Erklärung für weit plausibler, sehenswerte und/oder populäre Filme gab es doch reichlich.

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