Wer darf unter den Schutzschirm?

Der Börsenverein engagiert sich dafür, Finanzmittel vom Staat für einen Fonds einzuwerben, um Verlage, die von der Rückzahlungsforderung der VG Wort existenziell betroffen sind, zu unterstützen. Mögliche Vergabekriterien für den Schutzschirm sind jedoch völlig unklar, wie Aljoscha Walser, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Narses, im buchreport.blog anmerkt. Er nennt mögliche Kriterien.
Durch das VG Wort-Urteil geraten viele kleine Verlage in die Bredouille. Das sei zum Teil aber auch selbstverschuldet, meint Aljoscha Walser:
  • „Große Teile unserer Branche segeln offenbar wirtschaftlich fast ohne Wasser unter dem Kiel. Das ist ökonomisch schon nicht mehr mutig, sondern wohl eher waghalsig. Betriebswirtschaftlich betrachtet sind diese Verlage ohne Selbstausbeutung kaum überlebensfähig. Dass die Verleger mit solchen Zahlen eine auskömmliche Rente erwirtschaften, ist auch eher unwahrscheinlich.“
  • „Keine Rückstellungen für die Forderungen gebildet zu haben, ob aus wirtschaftlichem Mangel oder aus Schusseligkeit, ist kein Ausweis unternehmerischer Sorgfalt. Kein Unternehmer, ob Winzer oder Uhrmacher, der ein vergleichbares wirtschaftliches Verhalten an den Tag legt, würde von seiner Hausbank einen Kredit bekommen. Warum sollten Verlage jetzt einen Kredit aus Staatsmitteln erhalten?“
Sollte der Schutzschirm kommen, käme zudem die Frage auf, inwieweit ein Geldgeber (Staat) die Geldnehmer (Verlage) zu wirtschaftlich sinnvollerem Verhalten zwingen könne, ohne in die verlegerische Freiheit einzugreifen. „Eine bedingungslose Ausschüttung würde diejenigen diskriminieren, die sich kaufmännisch verantwortungsbewusst verhalten haben und nicht unter den Schutzschirm schlüpfen.“ 
Um Wettbewerbsverzerrungen und Missbrauch auszuschließen, brauche es Vergabekriterien. Wie diese aussehen könnten, lesen Sie im buchreport.blog.

Kommentare

1 Kommentar zu "Wer darf unter den Schutzschirm?"

  1. Jetzt fehlt nur noch der Aufruf an die Autoren, Geld an die Verlage zu schicken, damit sie weiterhin existieren können. Ach ja, so was gibt es ja schon: Zuschussverlage.
    Vielleicht sind das dann die Zuschussverlage von Morgen. Autoren verzichten auf einen Teil ihrer Tantiemen, damit die Verlage überleben.

    Warum macht sich eigentlich keiner Gedanken darüber, wie Autoren mit ihren meist mickrigen Tantiemen überleben sollen?

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