Leseförderung via Aldi?

Der Discounter Aldi Süd ist seit kurzem als erstes Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels Mitglied im Stifterrat der Stiftung Lesen und unterstützen die Stiftung finanziell. Die Leseförderer beraten Aldi im Gegenzug bei der Auswahl von Büchern im Nonfood-Angebot.

Geplant ist eine langfristige Zusammenarbeit mit mehrmaligen Buchaktionen im Jahr in den ca. 1850 deutschen Filialen des Discounters. Erstmalig nimmt Aldi Süd am 22. Oktober und am 12. November Aktionsartikel auf, die von der Stiftung Lesen qualitativ geprüft worden seien. Die Kinderserie „Bloggerbande“ sowie „Vorlesegeschichten“ werden vom Discounter exklusiv angeboten – mutmaßlich wohlfeil.

Neu sind exklusive Buchverkaufsaktionen bei Aldi nicht, neu ist die Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen, die damit das in der Vergangenheit eher lieblose Buchangebot auch etwas adelt.

Ingeborg Deichmann von der Bensheimer Bücherstube ist diese Kooperation ein Dorn im Auge und hat nach dem Hinweis auf buchreport.de gegenüber der Stiftung mächtig Dampf abgelassen:

  • „Dass eine Stiftung wie die Ihre ein weiteres Loch für den stationären Buchhandel gräbt, entsetzt mich zutiefst.“
  • „Die Zusammenarbeit mit einem Discounter ist ein absolutes No-Go!“
  • „Aldi ist billig, das heißt immer im ,Niedrigpreis-Segment‘. Sind Bücher dort wirklich gut aufgehoben?“

buchreport fragt:

#umfrage:31#

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Kommentare

1 Kommentar zu "Leseförderung via Aldi?"

  1. Es wäre mal einen Versuch wert, ob Bücher für Kinder, wie ,Bloggerbande` und ,Vorlesegeschichten` bei diesen zwei Aktionen bei Aldi Süd überhaupt ansprechen.
    Ich könnte mir aber denken, dass da die Stiftung Lesen bei aller Kooperation bei Aldi Süd beim Start dieser Aktionen genauer hinsehen wird.
    So sollte vor allem der feste Ladenpreis von Büchern bei Aldi Süd nicht unterwandert werden.
    Es sei denn, dass Bücher vom Modernen Antiquariat vorgesehen sind.
    Zudem kann hier auch der Börsenverein seine Kontrollfunktion
    ausüben.
    Und ich nehme an, dass Aldi Süd da jetzt keinen großen Buchverkauf in einer riesigen Menge da starten will.
    Man sollte nicht jetzt im Vorfeld, also wo noch nichts geschehen ist, alles sozusagen kleinreden.
    Der Buchhandel ist nun mal auf Verkaufswege angewiesen, die erst einmal auch beobachtet und zu prüfen sind.
    Es gibt ja z. B. auch Buchhandlungen, die so nebenbei auch etwas Wein verkaufen und es gibt einen Buchhändler Frühauf, der Backwaren in seinem Angebot hat und dies wirkt sich dann auch zusätzlich positiv auf den Verkauf von Büchern aus.
    Gerade in der Buchbranche sind in den letzten Jahren Veränderungen eingetreten, die sicher vor zwanzig Jahren noch niemand intensiv vorausgesehen hat.
    Der Buchhändler und auch jedes Geschäft sonst muss eben heute neue Aktionen probieren und auch austesten, wie man Kunden ansprechen und gewinnen kann.
    Aldi Süd kann ja, wenn es nicht klappen sollte, immer noch sein Buchprogramm wieder zurückfahren.
    Es sollte aber immer die Möglichkeit gesehen werden, dass eben damit auch die Kundengruppe Kinder und Jugendliche angesprochen werden soll.
    Und vielleicht könnte ja auch dann der Wunsch entstehen, wieder mal in eine Buchhandlung zu gehen.
    Aldi Süd könnte auch sozusagen ein Verbindungsglied zu Buchhandlungen werden.
    Man muss jetzt nicht schon im Vorfeld alles negativ sehen und leider kommt man mit einer Schwarzseherei zu keinem guten Ziel.
    Es bleibt also zunächst ein Wagnis nach vorne offen.
    Buchhandlungen an sich sollten auch wieder mehr die Funktion einer guten Beratung übernehmen.
    Es ist doch zum Teil sehr negativ, wenn man den Kunden in einer Buchhandlung alleine stehen lässt. Freundlichkeit und auch ein gutes Outfit in den Schaufenstern ist das A und O, für eine gute Kundenbedienung.
    Und die Buchhandlungen müssen sich jetzt vor allem, im besagten Sommerloch, etwas mehr einfallen lassen, dass die Leser und Leserinnen in die Geschäfte kommen.
    Da ist besonders eine gute Teamarbeit zwischen den Chefs und den Kollegen/innen wichtig und da zählt jede zündende Idee.
    Also trotzdem ein Mut zur Veränderung und weg von der ewigen Schwarzseherei.
    Auch der stationäre Buchhandel muss sich ja ständig den
    Wünschen seiner Kunden anpassen. Dies wird bemerkbar im Angebot der Bücher usw. Und trotzdem kann jede Buchhandlung ihre bestimmte Eigenart bewahren.
    H. Kraft

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