Musikmesse 2015: stabile Entwicklung in schwieriger Branche

Musikmesse2015_Schecter(c)Michael LemsterTrotz insgesamt positiver Konjunktur in Deutschland und einer leichten Erholung der Eurozone bildet die Musikmesse einen herausfordernden Markt ab. Zwar gaben die Deutschen im vergangenen Jahr wieder etwas mehr Geld für Musikinstrumente aus – dennoch steht die Industrie aufgrund des stetigen Rückgangs des aktiven Musizierens weiterhin vor anspruchsvollen Aufgaben. Zudem lässt sich seit Jahren eine deutliche Konsolidierung am Musikinstrumentenmarkt beobachten. In einem volatilen Umfeld konnte die Musikmesse ihre Aussteller- und Besucherzahl auf einem konstant hohen Niveau halten. 1.329 Austeller aus 51 Ländern präsentierten ihre Neuheiten rund um Musikinstrumente und Noten, Musikproduktion und -vermarktung. 65.355 Fachbesucher aus 119  Ländern kamen nach Frankfurt, um Produktneuheiten kennenzulernen und sich vom umfangreichen Event-Programm begeistern zu lassen. Damit konnte die Musikmesse ihren herausragenden Stellenwert als international bedeutendste Messe für die Musikinstrumentenbranche erneut bestätigen. Top-Besuchernationen waren in diesem Jahr neben Deutschland die Niederlande, Italien, Frankreich, Großbritannien, die Schweiz, Belgien, Österreich, Spanien, Schweden und Polen.

Musikmesse2015_RucksackGuitar(c)Michael LemsterLicht und Schatten in der Musiklandschaft

Die von Licht und Schatten geprägte Lage der Industrie spiegelt sich auch in den Einschätzungen der Messeteilnehmer. 74 Prozent der Fachbesucher und 69 Prozent der Aussteller bewerten die gegenwärtige Branchenkonjunktur als gut oder befriedigend – im vergangenen Jahr waren es noch 78 bzw. 73 Prozent. In diesen herausfordernden Zeiten konnte die Musikmesse ihre Funktion als Showroom und Handelsplatz für die Branche unterstreichen und Impulse setzen: „Die Messe ist eine ungemein wichtige Plattform für die Hersteller, um Neuheiten zu präsentieren – aber auch, um sich mit Wettbewerbern zu messen. Dabei zeichnet sie sich vor allem durch ihren internationalen Charakter aus. Besonders der neue B2B-Bereich stellte in diesem Jahr eine große Bereicherung dar. Die Messe ist außerdem wichtig dafür, bei Endverbrauchern ein Gefühl für die Musik zu entwickeln“, sagt Gerhard A. Meinl, Vorsitzender des Bundesverbandes der Musikinstrumentenhersteller (BDMH). Auch Dr. Christian Blüthner-Haessler, Geschäftsführer der Julius Blüthner Pianofortefabrik, zeigt sich zufrieden mit dem Messeverlauf. „Während der Messetage haben wir viel Business generiert und neue Kunden hinzugewonnen. Vor allem in Zeiten, in denen sich die Branche in keinem allzu guten Fahrwasser befindet, hat die Musikmesse 2015 diesen Zweck voll erfüllt.“ Mit neuen Angeboten und konzeptionellen Weiterentwicklungen konnte die Messe sowohl bei Händlern als auch bei Verbrauchern punkten. 74 Prozent der Aussteller, 91 Prozent der Fachbesucher und 93 Prozent der Privatbesucher waren mit dem Erreichen ihrer Beteiligungs- bzw. Besuchsziele zufrieden oder sogar außerordentlich zufrieden.

Musikmesse2015_RedheadedGirl(c)Michael LemsterPräsentationsplattform für Neuheiten und Innovationen

Nirgendwo sonst bekommen Händler, professionelle Musiker und Musikinteressierte eine solche Fülle an neuen Produkten aus dem Instrumentenbereich zu sehen wie auf der Musikmesse. Dabei standen außergewöhnliche Designs wie Lackierungen im Airbrush-Verfahren und Verzierungen von Instrumenten mit LED oder Hologramm-Effekten besonders hoch im Kurs. Zudem greifen Hersteller verstärkt auf außergewöhnliche Materialien zurück – von exotischen Hölzern über Bernstein bis hin zu Kohlefaser. Eine auffällige Entwicklung ist zudem die Wiederentdeckung historischer Instrumente. Lange vergessene Leiern- und Lautenvariationen, antike Zupfinstrumente aus Regionen wie Griechenland und Kleinasien sowie Schlaginstrumente aus Nordafrika und dem Nahen Osten wecken zunehmend die Neugierde der Kunden. Natürlich beeindruckten die Aussteller ihr Publikum auch in diesem Jahr mit einigen Superlativen. So gab es auf der Messe etwa die nach Herstellerangaben wertvollste Gitarre oder die kleinste Okarina der Welt zu erleben. Einer der Umsatztreiber am Markt ist weiterhin der Synthesizer-Bereich. „In der elektronischen Klangerzeugung geht der Trend wieder stark zurück zur Hardware. Die Haptik spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Auch wenn die Branche weiter vor Herausforderungen steht, hat sich dieses Segment gut entwickelt“, sagt Steve Baltes, Sales Manager bei der Sonic Sales GmbH. „Für uns ist die Messe sehr gut gelaufen. Wir waren hier, um Händler für unsere Produkte zu begeistern – das ist voll gelungen. Wir konnten viele neue Geschäftskontakte knüpfen und unsere Produkte einem interessierten und fachkundigen Publikum präsentieren. Die Besucherfrequenz an unserem Stand war sehr erfreulich und noch höher als 2014.“

Musikmesse2015_OrangeGuitarist(c)Michael LemsterFür den musikalischen Nachwuchs

Ein besonderes Anliegen der Musikmesse ist die Förderung des musikalischen Nachwuchses. Dafür haben die Veranstalter in diesem Jahr ihr Engagement noch einmal erweitert. Dabei erleichterte der publikumsoffene Freitag einen gemeinsamen Besuch für Schulklassen. Das Sonderareal Music4Kids schickte mehr als 8.000 Kinder auf musikalische Entdeckungsreise – mit außergewöhnlichen Instrumentenschöpfungen, Sound-Experimenten und Klanginstallationen. Neue Angebot wie Instrumenten-Workshops mit bekannten Künstlern und DJ-Einführungskurse machten Music4Kids in diesem Jahr auch verstärkt zum Anziehungspunkt für Kinder der Sekundarstufe sowie für Familien. Auch dem etwas älteren Nachwuchs bot die Musikmesse eine Plattform. Beim Finale des Band-Contests SchoolJam wetteiferten junge Talente um die Auszeichnung „Deutschlands Beste Schülerband“ und durften in der Frankfurter Festhalle zum ersten Mal auf eine große Bühne. Zudem wurde im Rahmen der Messe der Europäische Schulmusikpreis verliehen, der besonders fördernswerte Projekte im Bereich Musikpädagogik auszeichnet.

Musikmesse2015_Orange(c)Michael LemsterMehr B2B-Qualität an allen vier Messetagen

Nicht nur bezüglich der Endverbraucheransprache und der Nachwuchsförderung gab es Weiterentwicklungen. Mit neuen Angeboten untermauerte die Veranstaltung in diesem Jahr auch ihren Stellenwert als international bedeutendste Handelsplattform für die Instrumentenbranche. Erstmals bot die Messe mit der B2B-Area einen exklusiven Bereich für Hersteller, Distributoren und Händler und schaffte so die Möglichkeit zur Bündelung von Vertriebs-, Marketing- und Lieferantengesprächen in professioneller Atmosphäre. Mit dem Tulip-Club befand sich eine VIP-Lounge für die Top-Einkäufer der Branche in unmittelbarer Nähe. Gerhard Essl, Geschäftsführer der Gewa Music GmbH, resümiert: „Für uns ist die Messe in jedem Jahr das wichtigste Branchenevent. Mit der Errichtung der B2B-Area hat die Veranstaltung in diesem Jahr einen echten Quantensprung gemacht. Wir waren von Anfang an Partner für das Konzept, haben den neuen Bereich maßgeblich mitgestaltet und waren mit dem Ergebnis zu 100 Prozent zufrieden. Unser Unternehmen war mit einem vierteiligen Business-Center vertreten, das einen Show-Floor sowie Bereiche für Vertrieb, Catering und Education bot. Die Resonanz darauf war ausgesprochen positiv – alle Händler, die wir begrüßen durften, schätzten die ruhige Atmosphäre, das stilvolle Ambiente und die hohe Business-Qualität.“

Mit dem Vorteilsprogramm Musikmesse Insider konnte die Messe ihre Attraktivität für den qualifizierten Musikinstrumentenhandel noch weiter steigern. Das Programm schaffte exklusiven Mehrwert für Einkaufsentscheider aus ganz Europa – darunter freien Eintritt zur Messe, uneingeschränkten Zugang zur B2B-Area, VIP-Zutritt zum Gewa Business Center, kostenlosen Garderobenservice sowie weitere Vorteile direkt vor Ort. Musikmesse Insider war ein Erfolg: Rund 1.600 Fach-Einzelhändler registrierten sich für das Programm. Sie kamen aus insgesamt 16 Ländern – neben Deutschland vor allem aus den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Großbritannien, Österreich, Frankreich, Norwegen, Dänemark und Schweden.

Neues Messekonzept ab 2016: Privatbesucheröffnung und Stärkung der Fachbesucherprogramme

Während der Musikmesse und der Prolight + Sound hat die Musikmesse ein neues Konzept für beide Messen vorgestellt. Dieses richtet beide Veranstaltungen ab 2016 noch stärker auf die Bedürfnisse der Musikinstrumenten- und Entertainmentindustrie aus. „Das neue Messekonzept fokussiert gleichermaßen auf die Stärkung der Geschäftsanbahnung zwischen Industrie und Fachhandel sowie auf völlig neue Kontaktflächen zwischen Herstellern und Endverbrauchern“, sagt Detlef Braun.   Dafür wird die Musikmesse einerseits an allen Tagen mit musikstil-spezifischen Erlebnishallen für musikinteressierte Endverbraucher geöffnet sein. Gleichzeitig wird eine exklusive Businesshalle etabliert, zu der nur der Fachhandel Zutritt hat und durch die Fachbesucher und Aussteller mehr Raum und Kontaktflächen für ungestörte Geschäftsgespräche erhalten. Um das neue Konzept umzusetzen, wird die Musikmesse ab 2016 in das Westgelände der Messe Frankfurt ziehen und dort mehr als 95.000 Quadratmeter Hallen-, Außen- und Konferenzflächen belegen. Sie bleibt damit auch in ihrer neuen Heimat in den Hallenebenen 8, 9.0, 9.1, 11.0, 11.1, Galleria und Portalhaus sowie mit angrenzenden Außenflächen mindestens genauso groß wie bisher.

Bilder: Michael Lemster

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