Der überalterte Verband

Weil sich die Branche transformiert, muss sich auch der Börsenverein neu aufstellen: Ein latenter Mitgliederschwund und fehlende Andockpunkte für neue Marktteilnehmer sind deutliche Anzeichen der Überalterung. Auf einer Zukunftskonferenz im September sucht der Verband mit engagierten Mitgliedern nach Lösungen, kassiert allerdings die Idee, die wirtschaftlichen Aktivitäten zur Disposition zu stellen. Dafür soll eine Strukturreform der Standesorganisation einen tragfähigen neuen Zuschnitt verpassen:

  • Trennung von der Dreispartigkeit: Die drei Fachausschüsse (Verlage, Sortiment, Zwischenbuchhandel) und die vielen Arbeitskreise sollen entfallen. An ihre Stelle treten Interessengruppen, in denen auch Platz für neue Branchenplayer ist.
  • Schneller an die Themen: Mit dringlichen Projekten und Problemfällen sollen sich spartenübergreifende Task-Forces beschäftigen, die vom Vorstand bei Bedarf ins Leben gerufen werden.
  • Mehr Macht für die Spitze: Der für drei Jahre gewählte Vorstand soll sich künftig aus neun (bislang sechs) Mitgliedern plus Hauptgeschäftsführer zusammensetzen. Das Gremium betreibt Interessens-Clearing und entscheidet über die Positionierung des Börsenvereins.
  • Mitglieder behalten die Hoheit: Die Hauptversammlung bleibt die letzte Instanz und trifft generelle Grundsatzentscheidungen.

Wie geht es weiter? Erste Bausteine für die Reform soll die Hauptversammlung im Juni 2015 verabschieden. Für den kompletten Umbauprozess wird der Zeitraum 2017/18 veranschlagt.

Die bisherigen Teile des buchreport.de-Jahresrückblicks:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Teil 7

Teil 8

Teil 9

Teil 10

Teil 11

Teil 12

Teil 13

Kommentare

1 Kommentar zu "Der überalterte Verband"

  1. Wenn der Börsenverein des Dt. Buchhandels als ,überaltert` bezeichnet wird, dann muss er sich aber schnell nach vorne neu aufstellen. Und dies mit einer ganz neuen Vision.
    Es nutzt hinten und vorne nichts, wenn man nur von den Mitgliedern (also den Buchhandlungen) nur die Mitgliedsbeiträge verlangt und dann sich nicht mehr um den stationären Buchhandel kümmert.
    Schon aus diesem Grund muss eine andere Strategie angesetzt werden, die vore allem heute und in naher Zukunft dem Börsenverein gerecht werden kann.
    Bei vielen kleineren Buchhandlungen (auch den Buchhandlungen, die sich in einer Nische befinden) geht es doch um das knallharte Überleben.
    Die Mieten, z. B. in den Großstädten werden immer höher und dann ist auch noch zunehmend ein Abwandern der Leser/innen oft noch in die Großbuchhandlungen bemerkbar.
    Die Leser müssen sozusagen wieder mehr zum Buch und zum Lesen hingeführt werden. Und dazu bedarf es auch einer Unterstützung vom Börsenverein.
    Zu erinnern ist hier z. B. an den ,Tag des Buches` , der in jedem Jahr im Monat April festgelegt ist. Auch dies hat sich bewährt, nur bedarf es eben noch mehr Anstrengungen gemeinsam mit dem Börsenverein und den Buchhandlungen in einem ,Miteinander` sozusagen an einem Strang zu ziehen.
    An allen Ecken und Enden blüht auch im Börsenverein und in den Landesverbänden die Verwaltung.
    Diese könnte etwas doch reduziert werden und dann eben mehr in die Kommunikation mit dem stationären Buchhandel investiert werden.
    Dies bringt den Buchhandlungen und dem Börsenverein doch einen gewaltigen Schub in gangbare Wege, denn dadurch könnte der Börsenverein eben nicht nur als Verwalter von Grundsätzen im Buchhandel auftreten, sondern vielmehr auch als ein notwendiger Helfer für kleinere Buchhandlungen.
    Sicher, der Börsenverein der Dt. Buchhändler versteht sich in Deutschland als ein Sprachrohr der Buchbranche.
    Aber er sollte auch einmal ein mehr ein besseres Verhalten gegenüber Kollegen/innen in den Buchhandlungen beweisen und nicht nur Mitgliedsbeiträge kassieren.
    Darüber sollte einmal innerhalb der ganzen Buchbranche nachgedacht werden.
    Im Börsenverein lässt sich sehr wohl etwas ändern, nur muss auch die Bereitschaft zu einem positiven Tun und Handeln vorhanden sein.
    Große Reden, viel gedrucktes Papier und eine Menge E-Mails können auch das Gegenteil bewirken und zwar von dem, was eigentlich jetzt dringend als Aufgabenschwerpunkte im Börsenverein anstehen würde.
    Und es ist doch so, dass sich nur gemeinsam Fragen und auch Probleme lösen lassen.
    Einsame Entscheidungen, die oftmals fallen, kann man nur schwer wieder rückgängig machen.
    Und dies ist doch der Effekt bei vielen Richtungsentscheidungen von heute.
    Deshalb Mut und Vernunft für eine bessere Zusammenarbeit zwischen dem Börsenverein und den Buchhandlungen im Sortiment.
    H. Kraft

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