Für eine lebendige, ehrliche Buchkultur

Der Online-Versandhändler Amazon geht umstrittene Wege in einem Streit mit der Bonnier-Verlagsgruppe um höhere Rabatte für E-Books. Dagegen wehren sich die Autoren und Autorinnen in einem offenen Brief.
Um den Vertragspartner zu zwingen, auf die neuen Forderungen einzugehen, hält Amazon Bücher der zur Bonnier gehörenden Verlage nicht auf Lager und löscht sie aus den Empfehlungslisten. Zur Bonnier-Gruppe gehören renommierte Verlage wie arsEdition, Berlin Verlag, Carlsen, Hörbuch Hamburg, Piper, Thienemann-Esslinger, Ullstein. 1655 deutsche Autoren haben in einem offenen Brief die Geschäftspraktiken vom Unternehmen Amazon kritisiert. Sie fühlen sich in Beugehaft genommen, obwohl sie mit Amazon mit ihren Büchern zu hohen Gewinnen verholfen haben. Den Wortlaut des Briefes finden Sie hier.

Bislang hat Amazon gängige Rabatte für E-Books in der Höhe von 30 % bekommen, fordert nun aber 40-50 %. „Es ist allgemein anerkannt, dass E-Books für Kunden günstiger sein sollten als die entsprechende Printversion, denn bei digitalen Büchern entfallen Druck- und Frachtkosten, Lagerung und Retouren. Wir glauben, dass sich dieser Umstand auch in den Konditionen widerspiegeln sollte, zu denen Buchhändler bei Verlagen einkaufen“, argumentiert Amazon in einer Stellungnahme um den E-Book-Konditionenstreit. Die verringerten Kosten sollen sich logischerweise im Preis für den Endkunden wiederspiegeln.
Die Verlage argumentieren dagegen, dass die Herstellung digitaler Bücher ganz andere Kosten verursacht, die oft übersehen werden, beispielsweise für Design-Software und Server zur Speicherung der Inhalte. Große Verlagshäuser können es sich leisten, in diese kostspielige Technik zu investieren, kleinere Unternehmen müssen allerdings auf teure externe Anbieter zurückreifen. Zudem minimiert die höhere Mehrwertsteuer, die momentan auf E-Books anfällt (19 % statt der 7 % für gedruckte Bücher) die Erträge, die ein Verlag für E-Books erhält.
Einen interessanten Artikel über die Frage, ob man als Leser Amazon boykottieren sollte, hat die FAZ veröffentlicht.
www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/amazon

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