Zuwachs im Kindle-Programm

Im Sommer hat Amazon sein deutschsprachiges Verlagsprogramm ins Leben gerufen, jetzt legt der Onliner nach: Nach den Übersetzungen fremdsprachiger Werke folgen jetzt deutschsprachige Originalausgaben als „Kindle Singles“. Unter den ersten Anbietern der E-Book-Kurzformate sind auch Verlage zu finden.

Dabei knüpft Amazon an den Erfolg der „Kindle Singles“ in den USA an: Fast drei Jahre nach der Einführung des Kurzformats in den USA sind nach Unternehmensangaben weltweit mehr als 6 Mio „Kindle Singles“ verkauft worden.

Im Verlagsprogramm der „Kindle Singles“ sind vor allen Werke der Kindle-Selfpublisher zu finden. Aber auch Droemer Knaur und der Start-up-Verlag Mikrotext mit (s. buchreport Start-up-Check)  haben mit „Wintermärchen“ von Alex Berg bzw. „Der Horrorpilz“ bereits E-Books im Kurzformat eingestellt – ihre Werke sind allerdings nicht exklusiv bei Amazon, sondern auch bei anderen E-Book-Händlern verfügbar.

Verantwortlich für das Programm ist der frühere Suhrkamp-Lektor und ehemalige Dumont-Programmleiter Laurenz Bolliger, der seit September auf Manuskript- und Autorensuche für das Amazon-Verlagsprogramm ist. 

Die Vorgaben von Amazon für Kindle Singles: 

  • Der vorgeschriebene Umfang liegt zwischen 5.000 und 30.000 Wörtern.
  • Die Titel kosten zwischen 0,99 Euro und 1,99 Euro, der Autor enthält 70% des Verkaufspreises. 
  • Gefragt sind Novellen, kurze Romane, Krimis, Thriller, Essays, Reportagen, Erinnerungen, Kurzbiografien, wissenschaftliche und persönliche Berichte. Nicht akzeptiert werden Ratgeber, Nachschlagewerke, Reiseführer, Werke aus dem Public-Domain-Bereich oder Kinderbücher.

„Singles“ im Ausland schon ein großer Markt

Das von Amazon für das Verlags-Debüt gewählte Kurzformat setzt sich auch bei anderen Anbietern immer weiter durch. Während hierzulande etablierte Verlage wie die Egmont Verlagsgesellschaften und Startups wie Mikrotext (alle drei Monate erscheinen zwei „E-Book-Singles“, die thematisch als Lesebündel zusammenhängen, hier mehr) und Culturbooks ( hier mehr) mit kleinen E-Books experimentieren, sind die Singles im Ausland inzwischen zum stattlichen Markt mit vielen Bewegungen avanciert: 

  • Tim Waterstone, Gründer der größten britischen Buchhandelskette Waterstones, kündigte im Frühjahr seinen Service Read Petite an (buchreport.de berichtete)
  •  Medium, Publishing-Plattform von Twitter-Mitgründer Evan Williams, hat das erst vor wenigen Monaten gestartete E-Book-Portal Matter gekauft (hier mehr).
  • Vor wenigen Monaten stellte die „New York Times“ ihr E-Singles“-Angebot vor: unveröffentlichte Texte, die sich kulturellen, Sport-, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Gesundheits-Themen widmen, preislich zwischen 1,99 und 2,99 Dollar.
  • Byliner aus San Francisco hat digitale (Mini-)Originalausgaben von hochkarätigen Autoren wie Margaret Atwood oder Jon Krakauer im Programm.
  • The Atavist stammt aus Brooklyn (New York), die Titel sind länger als Zeitschriftenartikel und kürzer als Bücher; zu den Investoren zählen der Ex-Google-Chef Eric E. Schmidt und Sean Parker (Ex-Chef bei Facebook). Das Angebot hat buchreport.de erstmals hier vorgestellt
  • The Magazine: Alle zwei Wochen erscheinen rund 5 Beiträge in mittlerer Länge (zwischen Artikel und Buch), das Angebot kostet monatlich 1,99 Dollar.
  • Holocene richtet sich an Bastler-Zielgruppen, veröffentlicht werden u.a. Anleitungen, vom Kochen bis zum Roboter-Bau.
  • Wattpad: Selfpublishing- und Social-Reading-Plattform, angeblich 1,5 Mio neue Texte pro Monat, 14 Mio Besucher im Monat, konnte kürzlich in einer Series-B-Founding-Runde über 17 Mio Dollar von Investoren einsammeln.
buchreport hat sich im Frühjahr in einem Webinar dem Boom der kleinen E-Book-Formate gewidmet. Das Video zum Webinar kann hier nachträglich bestellt werden. 

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