Keine Einzelprojekte für die Galerie

S. Fischer ist – anders als etwa Lübbe – ein Verlag, der vergleichsweise zögerlich aufs digitale Parkett zusteuert. Experimente mit Apps und angereicherten E-Books haben die Frankfurter nur vereinzelt unternommen. Im Video-Interview erklärt Michael Justus, kaufmännischer Geschäftsführer, die eigene Strategie.

Justus äußert sich zur Digitalisierung unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten: Die variablen Kosten seien bei E-Books zwar niedriger, die Fixkosten aber höher. Eine goldene Nase würden sich die Verlage damit nicht verdienen können.

Zur Fluch- oder Segen-Frage erklärt Justus, dass die Digitalisierung zwar den Vorteil habe, dass sie die Verlage zwinge, die Vorteile der technischen Entwicklung auszureizen. Andererseits gebe es einen erheblichen Anpassungsdruck, „der dazu führe, dass sich Verlage die Frage nach der Existenzfähigkeit und Existenzberechtigung in den kommenden zehn bis 20 Jahren verschärft stellen müssen.“

Seine Strategie: weniger „Einzelprojekte für die Galerie“ machen, sondern eher im Verborgenen an den Strukturen arbeiten, „um schnell reagieren zu können, wenn sich der Markt verändert“. Fischer war beispielsweise einer der ersten Publikumsverlage, die auf „XML first“ umgestellt haben.

Justus saß bei der TOC buchreport zusammen mit Carel Halff (Weltbild), Jens Klingelhöfer (Bookwire) und Marcel Hartges (Piper) auf dem Podium, um den deutschen E-Book-Markt abzustecken. Hier weitere Artikel zur TOC buchreport.

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