Meine Jahre mit Kracht

Neue Runde in der Debatte um Christian Krachts Roman „Imperium“ (aktuell auf Platz 7 im SPIEGEL-Ranking der erfolgreichsten HC-Romane): Georg Diez (Foto) verteidigt seinen Artikel. Der SPIEGEL-Kritiker schreibt in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins, dass Kracht kein Nazi sei, wohl aber „rechts“. Und dass es legitim sei, in einem journalistischen Artikel (er habe keine Literaturkritik verfasst) Kunst und Leben eines Autors zu verbinden.
Er habe Kracht nicht verletzen, aber die Frage thematisieren wollen, was heute „rechts“ sei, schreibt Diez unter der Überschrift „Meine Jahre mit Kracht“. Im Jahr 2012 sei dies immer noch ein Schreckenswort. Weshalb der Kracht-Verlag Kiepenheuer & Witsch den Eindruck habe, einer seiner Autoren werde denunziert. Doch rechtes Denken sei eben kein rechtsradikales Denken, hält Diez fest, und habe in Deutschland eine Tradition, die sich mit Namen wie Ernst Jünger oder Carl Schmitt verbinde. 
Kracht sei rechts. „Entweder ist es ein rechtes Spiel oder es ist rechter Ernst“, fasst der Redakteur seine Eindrücke insbesondere nach der Lektüre von „Imperium“ und dem E-Mail-Wechsel „Five Years“ zwischen Kracht und David Woodard (Wehrhahn Verlag) zusammen: „Ein Spiel? Parodie? Dadaismus? Kunst?“
Dass ihm im Anschluss an seinen Artikel vorgeworfen worden sei, Verbindungen zwischen Kunst und Leben herstellen – was in der Literaturwissenschaft oft als verpönt gilt –, kontert Diez: „Ich hatte den Eindruck, dass man mit einem formalen Argument vermeiden wollte, sich auf die inhaltliche Auseinandersetzung einzulassen.“

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