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Digitaler Meilenstein

Der deutsche E-Book-Markt ist möglicherweise dem US-amerikanischen dichter auf den Fersen als gedacht. Gemeinhin gehen die Digital-Experten hierzulande von einem Abstand von zwei bis drei Jahren aus. Doch die jüngste Wasserstandsmeldung von libri.de lässt auf eine kürzere Spanne schließen: Nach Angaben der Hamburger wurden im Oktober 2011 erstmals auf libri.de mehr E-Books als physische Hardcover-Bücher oder Taschenbücher (nicht in Summe) verkauft – digitale Bücher seien im Buchmesse-Monat das absatzstärkste Buchformat gewesen.

Auf Nachfrage von buchreport.de erklären die Hamburger, dass ausschließlich die Absätze über den eigenen Shop (und nicht über Buchhändler-Partnershops oder andere belieferte Shops) gemeint sind.

Zum Vergleich:

  • Der Welt-Marktführer bei E-Books Amazon hatte im Juli 2010 erklärt, erstmals mehr Kindle-Bücher als Hardcover zu verkaufen (hier mehr).
  • Anfang 2011 ergänzte Jeff Bezos, dass man inzwischen auch mehr E-Books als Taschenbücher absetze – 100 verkauften Taschenbüchern stünden in der Bilanz für 2010 115 Kindle-Bücher gegenüber; beim Hardcover sei das Verhältnis eins zu drei (E-Books). (hier mehr)
  • Im Mai 2011 folgte die Meldung, dass der weltgrößte Online-Händler in den USA mehr Kindle-Bücher als Printexemplare – Hardcover und Taschenbuch zusammengerechnet – absetzt (hier mehr).

Die Wasserstandsmeldungen von Amazon decken sich mit den Analysen des US-Verlegerverbands AAP, die im Frühjahr erklärte, dass seine Mitgliederverlage im Februar 2011 erstmals mehr E-Books als HC oder TB verkauft hätten (hier mehr).

Ähnlich euphorisch wie seinerzeit der Amazon-Chef zeigt sich libri.de-Chef Per Dalheimer: „Damit erreichen wir einen neuen Meilenstein im Geschäft mit elektronischen Büchern. Mit der Auslieferung des neuen Sony Readers erwarten wir eine weitere Beschleunigung der E-Book-Verkäufe“; der neue Sony-Reader sei ab sofort bei libri.de und allen teilnehmenden Buchhandlungen lieferbar.

Libri hat nach eigenen Angaben derzeit über 500.000 E-Books im Angebot. Die E-Book-Abdeckung der SPIEGEL-Bestsellerliste (Top 20) liegt bei Hardcover inzwischen bei 95%, im Taschenbuch bei 80%.

Hier das umfangreiche Dossier von buchreport.de zum Kindle-Programm von Amazon

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