Praktika am Pranger

Der Internetbuchhändler Amazon gerät immer wieder in die Kritik wegen der Arbeitsbedingungen in seinen Logistikzentren (buchreport berichtete). Jetzt sind seine Lager im westfälischen Werne und im rheinischen Rheinberg in die Schlagzeilen und sogar ins Visier der nordrhein-westfälischen Landespolitik geraten. Über „skandalöse Praktiken“ wetterte öffentlich Sozialminister Guntram Schneider (SPD).

Hintergrund der Minister-Attacke sind Berichte der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“, wonach Amazon in seinen Lagern Hunderte arbeitslose Job-Bewerber vor der Einstellung erst einmal zwei Wochen lang unentgeltlich arbeiten ließ. In der Münchner Zentrale des Internethändlers bestreitet man das gar nicht, mag aber die Aufregung nicht verstehen. Grund: Die Betreffenden erhielten Arbeitslosengeld, die Praktika waren mit den Arbeitsämtern abgesprochene „Maßnahmen, um gerade Langzeitarbeitslosen eine verbesserte Chance auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu geben“.

Das bestätigt auch die zuständige Regionaldirektion der Agentur für Arbeit: Solche Praktika seien „ganz normales Tagesgeschäft“ und ein „legitimes und vernünftiges Verfahren“. Im Amazon-Lager Rheine habe die Agentur 413 Arbeitslosen das Praktikum bezahlt, von denen danach 78% einen Arbeitsvertrag bekamen. In Werne seien von 1034 Arbeitslosen sogar 90% bei Amazon angestellt worden. Allerdings: An beiden Standorten seien alle neuen Arbeitsverträge befristet. Für November und Dezember werde die Praktikapraxis außerdem ausgesetzt: Die Arbeitsagentur wolle Amazon nicht „durch die Hintertür das Weihnachtsgeschäft subventionieren“.

(Foto: Wareneingang, Copyright: Amazon).

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