Onliner kommen in die Jahre

Rund 73% der Deutschen sind mittlerweile online. Nicht nur ist die Zahl der deutschen Internetnutzer auf rund 52 Mio gewachsen, auch das Profil eines typischen Onliners hat sich im Laufe der letzten Jahre gewandelt. Das zeigt die ARD/ZDF-Onlinestudie (hier ein Auszug), die im Frühjahr diesen Jahres 1800 Erwachsene nach ihrem Internetnutzungsverhalten befragt hat.

Die Ergebnisse:

  • Internetnutzung: Inzwischen surfen 51,7 Mio Erwachsene in Deutschland zumindest gelegentlich im Internet. Somit sind inzwischen rund 73% der Deutschen online – 2010 waren es noch rund 69%. Zwar stellt Deutschland damit den größten Internetmarkt in Europa dar, gemessen am prozentualen Anteil der Onliner liegt Deutschland in Europa aber nur im oberen Mittelfeld. Spitzenreiter bleiben die skandinavischen Länder und die Niederlande, in denen inzwischen neun von zehn Bürgern über einen Internetzugang verfügen.
  • Typologie der Internetnutzer: Noch vor zehn Jahren konnte der Internetnutzer im Wesentlichen als „jung, männlich, gut gebildet“ charakterisiert werden. Inzwischen hat sich das Profil deutlich verändert. Der typische Onliner ist den Forschern zufolge „erwachsen geworden“, das Durchschnittsalter der Internetnutzer liegt inzwischen bei 40 Jahren. Dementsprechend nähert sich auch das Nutzungsverhalten der Generationen allmählich an. Vor allem klassische Anwendungen – E-Mails, Informationssuche, Online-Shopping – werden sowohl von Jüngeren als auch von Älteren gern genutzt. An Sozialen Netzwerken und Audio- und Videoabrufen zeigen die 18- bis 33-Jährigen weiterhin deutlich höheres Interesse als ältere Generationen.
  • Mobile Internetnutzung: Nur noch drei von vier Onlinern nutzen einen PC für den Internetzugang, jeder Zweite einen Laptop. 16% nutzen ihr Handy bzw. Smartphone, um im Netz zu surfen, womit sich der Anteil der mobilen Internetnutzer gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hat.
  • Apps: 22% der deutschen Internetnutzer besitzen inzwischen ein Smartphone oder Tablet, 17% haben Apps installiert. Vor allem bei den 14- bis 29-Jährigen sind mobile Applikationen beliebt, 31% der jungen Internetnutzer nutzen Apps (30- bis 49-Jährige: 15%, Internetnutzer ab 50 Jahren: 6%). Das millionenfache Herunterladen von Apps bedeutet jedoch nicht, dass diese auch genutzt werden – so das Ergebnis einer Studie des Pew Research Centers. Demnach nutzen nur zwei Drittel derjenigen, die Apps installiert haben, diese auch tatsächlich.
  • Onlineanwendungen: Nach wie vor wird das Internet vor allem für E-Mail-Kommunikation und Informationssuche genutzt. Vier von fünf Internetnutzern versenden und empfangen mindestens einmal wöchentlich E-Mails oder nutzen Suchmaschinen. Bücher oder CDs werden von 4% der deutschen Internetnutzer mindestens einmal wöchentlich online bestellt – ihr Anteil ist gegenüber 2010 konstant geblieben. Für die meisten Onliner gehört der Abruf von Videos und Audio-Dateien inzwischen zu den Standardanwendungen im Netz.
  • Mediennutzung insgesamt: Noch spricht nach Ansicht der Forscher vieles dafür, dass die alten Medien auf „absehbare Zeit die Leitmedien der meisten Mediennutzer bleiben“. Im Durchschnitt sehen die Deutsche 229 Minuten pro Tag fern und hören 192 Minuten am Tag Radio, auf die Internetnutzung entfallen am Tag durchschnittlich 80 Minuten. Die tägliche Lektürezeit von Büchern lag 2010 leicht unter 2005 (22 zu 25 Minuten). Weitere Ergebnisse zur Nutzung der Massenmedien im Vergleich lesen Sie im Artikel zur ARD/ZDF-Langzeitstudie zur Massenkommunikation 2010.

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