Monatspass

Warten auf den Aufschwung

Die Umsatzzahlen der Buchverlage aus 2010 zeigen eine stabile Branche – mit wenig Dynamik. Publikumsverlage hängen am Bestsellerglück, Fachverlage hoffen auf anziehendes Anzeigengeschäft.

„Wir bedauern alle, dass wir derzeit keinen Rückenwind durch die Konjunktur bekommen. Das ist eine unangenehme Überraschung“, zuckt Joerg Pfuhl, Chef von Random House Deutschland

  • Die marktführende deutschsprachige Unternehmen im buchreport-Ranking „Die 100 größten Verlage“ melden im Durchschnitt für 2010 stabile Geschäfte.
  • Random House, der Marktführer unter den Publikumsverlagen, hat nicht nur in der internationalen Gruppe, sondern auch im deutschsprachigen Raum einen Rekordumsatz erzielt.

Sarrazin brachte entscheidenden Schub

Gerade am 12-Mio-Umsatzzuwachs von Random House Deutschland zeigt sich aber auch beispielhaft die große Abhängigkeit der Branche von einzelnen Spitzentiteln: Der Überraschungserfolg von Thilo Sarrazins Debattenbuch „Deutschland schafft sich ab“ beim Random House-Verlag DVA entspricht mit mehr als 1 Mio verkauften Exemplaren (zum halben Verkaufspreis von 11,50 Euro gerechnet) eben jenem Mehrumsatz der kompletten Gruppe.

Bei kleineren Publikumsverlagen im Ranking fallen die Bestselleraus- und -rückschläge wegen der geringeren Basis noch heftiger aus. Insgesamt haben die 20 größten Publikumsverlage 1% verloren, ein Indiz dafür, dass die Bestseller in der Summe weniger Zug entwickelt haben.

Fachverlagsperspektive hellt sich 2011 auf

Bei den großen Fachinformationsverlagen, die im buchreport-Ranking den größten Umsatzanteil halten, hat sich die anziehende Konjunktur 2010 offenbar ebenfalls noch nicht durchgängig bemerkbar gemacht: Im Schnitt blieben die Umsätze stabil, bei Anzeigenerlösen von Fachzeitschriften zeigt die Tendenz nach oben, wie auch aktuell der Branchenverband Deutsche Fachpresse   dem „Handelsblatt“ mit einer freundlichen Perspektive für 2011 bestätigt hat.

„100 Größte“ stehen für 6 Mrd Euro

Das vollständige Ranking der „100 größten Verlage“ ist in der April-Ausgabe des buchreport.magazins erschienen (hier zu bestellen). Das Umsatzvolumen der dort gelisteten Verlage addiert sich zu 6 Mrd Euro und repräsentiert damit den größten Teil des Branchenumsatzes. Die Struktur der Verlagslandschaft bleibt kleinteilig-mittelständisch: Lediglich 15 Unternehmen erreichen einen dreistelligen Millionenumsatz. Die Nr. 100 steht 2010 wie in den Vorjahren für 7 Mio Euro.

Kommentare

1 Kommentar zu "Warten auf den Aufschwung"

  1. Johannes, Prof-Dr.Dr..h.c Sem | 29. Dezember 2011 um 3:47 | Antworten

    Die Zusammenstellung ist sehr nützlich

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