Bitte mal freimachen, Frau Grosenick

Als ehemalige Kuratorin am Kunstmuseum Wolfsburg und Programmleiterin bei DuMont hat Uta Grosenick mit der Gründung eines Kunstbuch-Verlags kein unbekanntes Terrain betreten. Warum die neue Aufgabe ihren Puls dennoch in die Höhe schnellen lässt und wie gerade Bücher sie von der Arbeit abhalten, erzählt die frisch gebackene Verlegerin im Startup-Check.

Ihr Konzept in drei Sätzen:

Distanz produziert und vertreibt Bücher und Kataloge über Kunst, Fotografie, Architektur und Mode. Wir machen Publikationen im Auftrag von Museen, Institutionen und Privatpersonen sowie eigene Bücher zu Themen, die uns wichtig sind. Abgerundet wird das Programm durch ausgewählte Editionen in kleiner Auflage von spannenden Künstlern.

Ihr Einstieg in die Branche:

1989 habe ich mit Harald Szeemann an den Hamburger Deichtorhallen „meinen“ allerersten Katalog gemacht. Danach bin ich aber zunächst Kuratorin geworden. Der erste Buch-Erfolg kam 1999 mit „Art at the Turn of the Millennium“ beim Taschen Verlag.

Ihre erste morgendliche Tat im Büro:

Auf keinen Fall Kaffee trinken, der Adrenalin-Spiegel ist auch in der Frühe schon hoch genug.

Ihr letztes Telefonat:

Meistens spät abends mit meinem sehr geschätzten Geschäftspartner Christian Boros.

Ihr Geheimtipp für Existenzgründer:

Viel arbeiten, viel Spaß dabei haben, wenig auf den Kontostand gucken.

Ihre größten Stolpersteine:

Bei mir zu Hause die vielen Bücherstapel… Ich arbeite schließlich nicht nur mit Büchern, sondern nehme sie auch mit ins Bett.

Ihre peinlichsten Bookmarks:

Bookmarke ich nicht im Rechner, nur im Kopf…

Was Google von Ihnen besser nicht wüsste:

Was wären wir ohne Google?! Die dürfen alles von mir wissen, ich hab’ ja
nichts zu verbergen.

Ihr Unternehmen in fünf Jahren:

Im ehemaligen Berliner Lapidarium – dem Distanz-Verlagssitz – ist keine Wand mehr frei. Da hängen die ganzen Auszeichnungen für die schönsten Bücher.

Im buchreport Startup-Check kamen außerdem zu Wort:

  • Andreas Köglowitz, Verleger des Unsichtbar Verlags
  • Klaus Schwope, Inhaber und Kreativdirektor von Nutcracker
  • Rainer Groothuis, Verleger der Groothuis, Lohfert Verlagsgesellschaft

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