Wir sind kein Wettbewerbsstörer

Ein Dauerthema, das sich diesmal an der Mayerschen Buchhandlung entzündet: Nachdem Aachener den neuen Band der Serie „Die Tribute von Panem“ (Oetinger) schon fünf Tage vor dem Erstverkaufstag (20. Januar) ins Regal gepackt hatten, werfen Wettbewerber dem Filialisten „schlechten Stil“ vor. Die Mayersche hat den Titel wieder ins Lager genommen und fordert die Verlage auf, sich den Starttermin vom Sortiment schriftlich bestätigen zu lassen, damit sich alle Akteure daran halten.

Update: „Die Tribute von Panem. Flammender Zorn“ steht bereits vor dem offiziellen Erstverkaufstag auf der SPIEGEL-Bestselleliste, Platz 40 (Stand: 19.1.2011). Offenbar hat nicht nur die Mayersche den Titel vorab verkauft.

„Wir wissen weiß, dass dies nicht justiziabel ist, da es keine verbindliche Unterschrift der Buchhändler zur Termineinhaltung seitens des Verlags für diesen Titel gab. Allerdings betrachten wir es als schlechten Stil unter Kaufleuten, sich nicht an diese Vorgaben zu halten“, schreiben die Aachener Buchhändler Walter Vennen und Barbara Hoppe-Vennen (Buchhandlung Schmetz am Dom) in einem offenen Brief an die Konkurrenten. Und klagt: „Wir haben keine Möglichkeit, das Buch eher zu verkaufen, da wir unsere Lieferung erst in der kommenden Woche erhalten werden und auch KV als Barsortiment den Titel nicht vor dem 20. Januar ausliefert.“ Auch bei „Smaragdgrün“ von Kerstin Gier (Arena) sei der Erstverkaufstag vond der Mayerschen vorgezogen worden – erst nach Reklamationen aus dem Handel  sei das Buch wieder aus dem Verkauf genommen worden.
 
In seiner Antwort schreibt Mayersche-Chef Hartmut Falter: „Auch wir sind 100%ig für die Einhaltung in derartigen Fällen. Aber nur, wenn dies auch von allen Beteiligten eingehalten wird.“ Da bislang Kauf- und Warenhäuser sowie Barsortimente bei der Belieferung von Top-Novitäten bevorzugt worden seien, habe man die Verlage zu einer veränderten Vorgehensweise aufgefordert: die „wesentlichen Handelspartner“ schriftlich zur Einhaltung des Erstverkaufstages zu animieren. Alle führenden Publikumsverlage hätten diese Vorgehensweise unterstützt und praktizierten diese auch so. Bei den von den Vennens monierten Fällen hätten die Verlage mehrfache Aufforderungen durch die Mayersche vor der Auslieferung ignoriert. „Dennoch haben wir den Titel heute Morgen direkt aus dem Verkauf genommen, da wir unser bereits seit vielen Jahren bestehendes kollegiales Verhältnis als Buchhändlerkollegen nicht gefährden möchten. Jedoch bitten wir Sie, künftig uns zuerst zu kontaktieren und nicht die Branchenpresse. Wir sind keinesfalls ein Wettbewerbsstörer!“, so Falter.

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