Wir sind der größte Verkäufer von E-Readern in Deutschland

Nicht nur stationär, sondern auch im Internet zeigt sich Weltbild aktuell ehrgeizig: Mit einem E-Reader unter 100 Euro wollen die Augsburger ihre Marktführerschaft im Geschäft mit digitalen Lesegeräten verteidigen. Im Interview mit buchreport.de nennt weltbild.de-Chef Klaus Driever Zahlen und Ziele.

Sie unterbieten mit dem neuen Gerät die 100-Euro-Schwelle. Wieviel zahlen Sie am Ende drauf?
Ohne die Kalkulation offenlegen zu können, kann ich sagen, dass bei uns etwas hängen bleiben wird.

Was macht Sie zuversichtlich, dass die bislang ernüchternde Nachfrage nach E-Readern in Deutschland (laut PwC sind in Deutschland gerade einmal bei 50.000 bis 80.000 Kunden E-Reader im  Einsatz) durch den Preis bedingt ist?
Wir haben noch keinen Massenmarkt erreicht. Aber unsere bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass wir mit E-Book-Reader zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis Erfolg haben. In den vergangenen zwölf Monaten sind wir sicher der größte Verkäufer von E-Readern in Deutschland gewesen.

Sie haben 2009 rund 10.000 Lesegeräte verkauft…
In diesem Jahr haben wir diese Marke schon längst getoppt. Wir gehen davon aus, dass in ganz Deutschland in diesem Jahr zwischen 50.000 und 100.000 Geräte verkauft werden.

Wie hoch wird 2010 in etwa der Umsatzanteil durch das digitale Geschäft (E-Books und Reader) am gesamten Umsatz von weltbild.de ausfallen?
Unter einem Prozent. Aber der Markt ist dabei, die Nische zu verlassen.

In der digitalen Buchwelt wird gerade viel über angereicherte E-Books gesprochen, die Reader wie der Aluratek Libre nicht anzeigen können. Sind diese E-Reader nach Einführung des iPad schon heute Auslaufmodelle?
Nein, sicher nicht. Ich sehe bei den Readern im Moment drei Blöcke: Es gibt die ganz einfachen Geräte, die gut funktionieren – und die wir brauchen, um aus dem Nischen- einen Massenmarkt zu machen. Daneben gibt es die Tablets, die zusätzliche Funktionen haben und eine andere Zielgruppe bedienen. Dazwischen gibt es eine Menge von Geräten, die in sich noch nicht stimmig sind, die lange Ladezeiten haben usw. Bei unserem 99-Euro-Reader steht nicht der technische Schnickschnack im Vordergrund. Es geht darum, den Kunden mit einer einfachen Bedienung und einem günstigen Preis dazu zu animieren, diese Form der Lektüre einmal zu probieren – ein so genannter no-regret-move.

Die größten Hürden des E-Marktes sind aktuell laut PwC mangelnder Bekanntheitsgrad von E-Readern und mangelhaftes Angebot bei E-Books sowie zu hohe Preise. D’accord?
Bei der Einführung des Pay-TV in Deutschland vor zehn Jahren konnte man sehen, dass es den Kunden weniger um die tollen Geräte als um gute Inhalte geht. Auf unseren Markt übertragen, bedeutet das, dass der Kunde in möglichst vielen Nutzungssituationen interessante Bücher lesen will. Darauf kommt es in erster Linie an.

Viele SPIEGEL-Bestseller sind aber als E-Books nicht verfügbar…
Je mehr Kunden per E-Reader lesen, desto größer wird das Angebot – beide Seiten bedingen sich.

Wie können Sie sich behaupten, wenn Amazon und Google in Deutschland starten?
Wir sehen das sportlich. Wir sind insgesamt Marktführer auf dem stationären deutschen Buchmarkt. Wir investieren heftig in den Umbau der Weltbild-Filialen, weil wir an Multichannel glauben. Das digitale Geschäft ist unser vierter Kanal, der noch stark wachsen wird.  Zentral für uns auf allen Kanälen ist der Ansatz, dass wir versuchen, das Buch immer bestmöglich zu inszenieren.

Die Fragen stellte Daniel Lenz

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