Ladenhüter-Export?

Die Lizenzverkäufe deutscher Verlage ins Ausland sind 2008 um erschreckende 17,5% auf 7605 gefallen, so die Zahlen des Börsenvereins. Für die Frankfurter Buchmesse und das Goethe-Institut ein schöner Aufhänger für die Forderung: Es muss mehr Geld für Übersetzungen aus dem Deutschen her. Messe und Kulturinstitut hatten Verlage, Geldgeber und Übersetzervertreter zum zweiten Übersetzerhearing nach Frankfurt geladen. Insgesamt 70 Branchenteilnehmer waren gekommen. Im Abschluss-Statement liest man die Empfehlung, die Vermittlung deutscher Literatur nicht dem „Spiel der Kräfte des freien Marktes“ zu überlassen.

Mal abgesehen davon, dass es in den zehn Jahren vor 2008 insgesamt einen deutlichen Anstieg der Lizenzverkäufe ins Ausland gegeben hat, ist das Wehklagen ob der Marginalisierung der deutschen Sprache und Literatur nicht unbegründet. Die Welt spricht, hört, sieht und liest heute (amerikanisches) Englisch bzw. daraus Übersetztes – und wo sie es nicht kann oder darf, da strebt sie danach. Die über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte gewachsene Dominanz der englischen Sprache und ihrer Kulturerzeugnisse lässt sich nicht mit Fördermitteln brechen. Sicherlich kann man damit einige Buchlizenzen mehr an für Subventionen offene ausländische Verlage verscherbeln, aber im Endeffekt setzt sich am Markt nur das durch, was die Konsumenten (in unserem Fall die Leser) anspricht. Bestsellerverlage aus dem Unterhaltungsbereich wie Bastei-Lübbe und Carlsen kennen sich da aus, waren zum Übersetzerhearing aber nicht mal eingeladen. Die Frage ist nun: Wofür soll mehr Geld her? Deutsche Ladenhüter braucht auch im Ausland niemand.

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