Feilen an der Marke

Die Klett-Sprachtochter Pons versucht seit vergangenem Herbst, dem über viele Jahre aus dem Münchner Uni-Umfeld groß gewordenen Web-Wörterbuch Leo.org ein Verlagsprojekt entgegenzusetzen mit sieben Sprachen und acht Sprachkombinationen. Eine Zwischenbilanz des ebenfalls frei verfügbaren Pons.eu nach dem ersten halben Jahr zieht Marketing-Leiterin Anne Pelzer:

  • Das elektronische Pons-Wörterbuch verzeichne durchschnittlich 18 Mio Zugriffe im Monat; das sind ca. 8% der für Leo ausgewiesenen Aufrufe.
  • Die Werbemöglichkeiten auf Pons.eu würden angenommen; es bleibe bei dem Ziel, dass sich die Investition in das Portal binnen fünf Jahren rechne.
  • Die Web-2.0-Komponente werde gut genutzt. Langfristig soll sich die Seite auch zu einer Plattform für Übersetzer entwickeln, die sich dort präsentieren.
  • Durch Erweiterungen soll die Marke auch international verstärkt positioniert werden: Seit Ende Februar ist neben Deutsch auch Englisch als Ausgangssprache für eine Suche verfügbar. Außerdem wird die Oberfläche der Seite automatisch in der Landessprache des Users angezeigt, der die Seite aufruft.

Hintergrund: Die Internationalisierung ist eine wichtige Wachstumsoption, weil der nationale Wörterbuch-Markt wegen der kostenlosen Online-Alternativen seit Jahren schrumpft. Allein in den letzten beiden Jahren haben die Wörterbücher von Pons und Marktführer Langenscheidt im Sortimentsbuchhandel nach buchreport-Erkenntnissen insgesamt einen Nachfragerückgang mit zweistelligen Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.

Weniger Nachfrage, höhere Preise

Als eine Konsequenz daraus hat Langenscheidt zu Jahresbeginn die Preise für viele Wörterbücher deutlich erhöht, bei den meistverkauften Titeln um 1 bis 2 Euro, was je nach bisherigem Preis einen Aufschlag von 9 bis 17% ausmacht.

Auch Langenscheidt arbeitet seit Längerem an einer Online-Option, die seine Marke stützt und neue Geschäfte generiert. Konzept und Starttermin eines Internet-Wörterbuchs sind allerdings noch offen. Derzeit würden noch verschiedene Modelle geprüft, heißt es in München. Neben den Schreibtisch-Anwendungen, bei denen Leo marktführend ist, liegt das Augenmerk der Verlage auch auf Angeboten für mobile Geräte.

aus: buchreport.express 11/2009

Kommentare

1 Kommentar zu "Feilen an der Marke"

  1. alex konzelmann | 17. März 2009 um 20:57 | Antworten

    video kill the radio star

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