Die Krise ist schon lange da

Die Wirtschaftskrise und die angespannte konjunkturelle Lage im Einzelhandel wirkt sich auch auf die Ladenbau-Branche aus. Nach einer Umfrage des Deutschen Ladenbau-Verbandes (dlv) melden 46% der rund 40 Mitgliedsunternehmen Auftragsrückgänge. Nach einer recht positiven Einschätzung der Situation Anfang 2008 beurteilen zum Jahresende nur noch 41% der Unternehmen die Geschäftslage als gut, knapp 15% bezeichnen sie als schlecht.

Mit Einschnitten ist auch im buchhändlerischen Ladenbau zu rechnen: Ist der Filialbuchhandel im vergangenen Jahr mit 60000 qm neuen Flächen noch massiv gewachsen, haben die Buchketten für 2009 gerade einmal knapp 16000 qm Flächenzuwachs angekündigt.

»Antizyklische Reaktion birgt Chancen für die Handelsunternehmen«

„Die Krise ist im Investitionsgüterbereich schon längst angekommen“, bestätigt Stephan Brübach, Geschäftsführer des Ladenbauers Kreftbrübach, der als Teil des New Store Europe-Verbundes 2008 ein Umsatzplus von 16% erwirtschaftete. Bislang habe das Unternehmen Auftragsstornierungen durch Zuwächse an anderer Stelle auffangen können, sodass auch das 1. Halbjahr „im Plan“ liege. Die Investitionszurückhaltung hält Brübach für ein vorübergehendes Phänomen: „Die Lage wird sich bessern, sobald die Konjunktur wieder in Tritt kommt.“ Wachstumspotenzial sieht er z.B. angesichts auslaufender Mietverträge in zahlreichen Shopping-Centern; neben dem Buchhandel (mit Kunden wie Osiander oder Thalia) sei man aber auch in anderen Einzelhandelsbranchen aktiv.

Bei Ladenbau Ganter, überwiegend im Buchhandel tätig, schlägt die Zurückstellung von erwarteten Aufträgen im ersten Halbjahr 2009 negativ durch, für die zweite Jahreshälfte erhofft sich Vertriebsleiter Karl Holzer eine antizyklische Reaktion des Handels: „Es bieten sich Chancen, denn wer die günstigen Kredit-Konditionen nutzt und in Ladenbau-Maßnahmen investiert, kann seinen Umsatz verbessern.“ Das starke Flächenwachstum der Filialisten hat sich bei Ganter 2008 mit rund 27000 qm neu eingerichteter Buchhandelsfläche vor allem für die DBH bemerkbar gemacht: Nie zuvor habe das Unternehmen in einem Jahr so viele Einrichtungen für den Buchhandel produziert. Insofern wird es 2009 einen merklichen Rückgang geben.

Ein im Vergleich zum Vorjahr vorsichtigeres Bestellverhalten bemerkt auch Christenhusz, der mehrheitlich Kunden im inhabergeführten Buchhandel auf der Liste hat. „Wir sehen die Situation verhalten optimistisch“, zeigt sich Geschäftsführer Thomas Christenhusz mit der aktuellen Auftragslage zufrieden.

aus: buchreport.express 11/2009

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