Verlage gehen unter, Buchhandlungen sterben

Die „Süddeutsche Zeitung“ beobachtet die Rückkehr des E-Book. Der „Kindle“ stehe vor den Toren Europas, auf der Buchmesse werde er dem deutschen Markt vorgestellt, und es sei nicht übertrieben, wenn man sagte, es rumore kräftig im Betrieb. Bei Kiepenheuer und Witsch läsen bereits alle Mitarbeiter Manuskripte nur noch auf dem Sony Reader und seien begeistert, Bertelsmann habe auch schon umgestellt, bei Fischer warte man nur auf das nächste Modell des Sony Readers. Bei all dieser Begeisterung sei die Stimme von HoCa-Chef Günter Berg fast schon erfrischend. Seines Erachtens sei das E-Book für Publikumsverlage „völlig uninteressant, weil die Komfortabilität des Basisprodukts durch nichts zu schlagen ist.“ Erst wenn Apple die Maschine auf den Markt werfe, die alles auf einmal könne, werde es interessant.

Den interessanteren, da differenzierteren Artikel hat der schweizerische „Tages-Anzeiger“ heute im Blatt. Der geht von großen Auswirkungen für Verlage und Buchhandlungen aus: „Ein großer Teil der Leistungen, die sie bereitstellen, ist nämlich beim E-Book nicht mehr nötig. Kein Drucken, kein Binden, kein Ausliefern mehr: Die physische Dimension des Handelns mit Büchern verschwindet hier völlig. Diese Leistungen müssen dann auch nicht mehr bezahlt werden, das heisst, Verlagen und Buchhandlungen entgeht ein gewichtiger Teil ihrer Einnahmen.“ Das Geschäft mit den elektronischen Büchern werde völlig an den Buchhandlungen vorbeigehen. „Das E-Book wird die Buchhandelslandschaft erschüttern wie ein Erdbeben. Verlage werden sich verkleinern oder untergehen (viele beides), Buchhandlungen werden sterben, andere sich neu orientieren, ihre Stärke in Nischen suchen, in einem speziellen Angebot, in der Beratung.“

„Süddeutsche Zeitung“ (S. 13), tagesanzeiger.ch

VERLAGE

Beaufort Books: veröffentlicht umstrittene Liebesroman über den Propheten Mohammed und seine Frau Aisha.
spiegel.de

Hörbücher: Verlage fordern Download-Stopp von ARD/ZDF.
fr-online.de

BÜCHER & AUTOREN

Multimedia: Immer öfter gehen Literatur und Computerspiele eine Allianz ein.
„Süddeutsche Zeitung“ (S. 13)

Uwe Bolius: Der österreichische Autor stellt seinen Roman über eine Affäre Adolf Hitlers in München vor – in der ehemaligen Wohnung des „Führers“.
focus.de

Jhumpa Lahiri: US-Bestsellerautorin mit Wurzeln im Osten Indiens fesselt das Publikum mit präzise gezeichneten Figuren.
spiegel.de

Marcel Reich-Ranicki: erhält den Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises 2008.
„Süddeutsche Zeitung“ (S. 17)

Arno Schmidt: große Verrisse, kleine Honorare, Schnaps um 8.45 Uhr – Alice Schmidt hielt die Arbeitsbedingungen ihres Ehemanns fest.
taz.de
 
Jürgen Teipel: meint anlässlich der Popkomm, dass Musik ein Beitrag zu unserer Befreiung sein könnte.
tagesspiegel.de

ONLINE

Web-Enzyklopädie: Googles Knol ist voller Fehlinformationen.
„Süddeutsche Zeitung“ (S. 18)

MEDIEN & MÄRKTE

Fernsehen: Im internationalen TV ist derzeit alles retro, sagt Martina Richter, Chefin des Kölner „Cologne Conference“-Festivals – Grund: Angst bei den Sendern und Renditewahn bei den Konzernen.
taz.de

SZENE

Buchmesse-Fantasie: Oberösterreichische Kleinverleger liefern sich auf dem Green Übernahmeschlachten mit gesichtslosen Random House-Schergen…
fr-online.de

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