Wir müssen mehr von den Kunden wissen

Die Digitalisierung stellt Buchverlage vor neue Herausforderungen. Welche Ansätze in diesem neuen Internet-Umfeld Erfolg versprechend sind, soll die von der Akademie des Deutschen Buchhandels veranstaltete Konferenz „Verlag 3.0 – Vom Content Provider zum Community Publisher“ (30. Juni) klären. Im Vorfeld der Konferenz legen einige Referenten ihre Position auf buchreport.de dar. In der 3. Folge der Serie erklärt der Unternehmensberater Ulrich Spiller (Heinold, Spiller & Partner), warum Verlage das in ihren Kunden vorhandene Vermarktungspotential viel zu lange vernachlässigt haben.

Verlage haben das in ihren Kunden vorhandene Vermarktungspotential viel zu lange vernachlässigt: Im Abonnement kümmert man sich immer noch mehr um Neuabonnenten als um Kündiger. Cross-Selling bleibt ein Fremdwort, solange die Verlagsorganisation nach wie vor nach Medien (Buch, Zeitschriften, online etc.) statt nach Zielgruppen erfolgt. Der Kundenwert (Customer Lifetime Value) wird immer noch zu wenig beleuchtet.

Wenn ein Verlag sich aber vom Content Provider zum Community-Publisher wandeln soll, müssen diese Aspekte verstärkt in den Vordergrund rücken: Customer Relationship Management (CRM) ist hierfür das Stichwort. CRM ist ein wesentlicher Teil des Marketing, der bisher bei Verlagen eher rudimentär vorhanden war. Allenfalls bei den Anzeigenkunden wurden die Kundenbeziehungen dokumentiert (z. B. Besuchsberichte) und „Kundenprofile“ angelegt (Geburtstag, Vorlieben etc.), wohingegen der Abonnent ein unbekanntes Wesen blieb, von dem allenfalls Beginn des Abonnements und Zahlungsverhalten dokumentiert wurden.

Ausgehend von der Tatsache, dass es einfacher und kostengünstiger ist, bereits vorhandenen Kunden weitere Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen als neue Kunden zu gewinnen, bedeutet das aber, dass wir mehr von unseren Kunden und ihren Bedürfnissen wissen müssen. Und das gilt nicht nur hinsichtlich der Inhalte, sondern z. B. auch in Bezug auf ihr Rezeptionsverhalten (Print, online, mobile).
Um diese Informationen festhalten und verwerten zu können, bedarf es einer entsprechenden Software. Was es hierfür auf dem Markt gibt und für welche Ansprüche was das Richtige ist, versuchen wir in einer Podiumsdiskussion mit Anbietern von CRM-Software zu erhellen.

Mehr Informationen zur Konferenz:

Die von der Akademie des Deutschen Buchhandels veranstaltete und von der Unternehmensberatung  Heinold, Spiller & Partner sowie buchreport unterstützte Konferenz zum Thema „Verlag 3.0 – Vom Content Provider zum Community Publisher“ findet am 30. Juni im Literaturhaus München statt  (hier mehr Infos, die Teilnahme kostet 690 Euro, Anmeldungen nimmt die Akademie des Deutschen Buchandels entgegen: Tel. 089/291953-64, info@buchakademie.de)

Zentrale Fragestellungen der Tagung: 

  • Wie können tradierte Geschäftsmodelle angepasst bzw. neue entwickelt werden?
  • Wie können etablierte Herstellungsprozesse in Richtung eines multimedialen Content-Providing ausgeweitet werden?
  • Und wie müssen die Beziehungen zum Kunden, der nun auch als Co-Autor und Co-Designer für Produkte fungiert, neu definiert werden?
  • Welche neuen Produktions- und Vermarktungsmodelle ergeben sich für die Verlage?
  • Sind Webcasts, Podcasts und Communities innovative Impulse oder tragfähige Geschäftsmodelle?
  • Wie müssen die interne Verlagsorganisation und die Workflows den neuen Anforderungen angepasst werden?

Unter den Referenten und Moderatoren sind neben Erhardt F. Heinold (hier ein Interview zum Thema), Ulrich Spiller und buchreport-Chefredakteur Thomas Wilking: Robert Franken (urbia.com), Michael Munz (Holtzbrinck eLAB), Cornelius Fürst (TVzweinull), Mirza Hayit (Vertriebsleiter Haufe Mediengruppe, hier seine Thesen zu Communities), Dirk Moldenhauer (iRead Media) und Martin Korosec (Europa-Fachpresse-Verlag, hier ein Interview mit buchreport).

Kommentare

1 Kommentar zu "Wir müssen mehr von den Kunden wissen"

  1. Trendschau Trendschau | 18. Juni 2008 um 15:53 | Antworten

    Liebes Buchreporter-Team,
    mir ist ja nicht klar, warum die Kollegen von der Akademie die Veranstaltung unter das Schlagwort „Verlag3.0“ stellen, da man mit 3.0 gemeinhin das „semantische Web“ assoziiert, Community eher im „Web2.0“ ihr Örtchen finden. Sei’s drum. In jedem Fall eine interessante Diskussion, zu der ich über diesen Backlink eine kleine Leser-Meinung beisteuern möchte: Der Content-Community-Converter Außerdem sollte man in der Diskussion schon klar unterscheiden, ob man Communities als Marketing- und Vertriebstool zur Sammlung von Abnehmergruppen einsetzen möchte, oder tatsächlich zur Produktion von Content, wobei es hier m.E. nur sehr wenige Beispiele mit vermarktungsfähigem Output gibt.
    Freundliche Grüße

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