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Dienstag, 11. Dezember 2012 (09:25 Uhr)


iSuppli: E-Reader-Absatz sinkt weltweit rapide

„Zeit des Ruhms ist vorbei“

Dass nach dem rasanten Aufstieg irgendwann ein Fall kommt, ist auch für die E-Reader erwartet worden. Doch dass dieser so schnell und in einem fast ebenso hohen Tempo erfolgt, ist selbst für iSuppli überraschend.

Die Technologie-Marktforscher diagnostizieren einen „alarmierend rasanten Rückgang“ des E-Reader-Marktes, ausgelöst durch den Erfolg von Tablet-Computern:

  • In diesem Jahr würden weltweit 14,9 Mio E-Reader ausgeliefert, ein Rückgang von 36% gegenüber dem Vorjahr.
  • Im kommenden Jahr erwartet iSuppli nur noch 10,9 Mio Geräte, die von den Herstellern verschifft werden.
  • Bis 2016 werde die Zahl sogar auf 7,1 Mio sinken – zwei Drittel weniger als zum Höhepunkt im Jahr 2011. 

Kurze „Zeit an der Sonne“ 

Aus Sicht von iSuppli ist der rasante Anstieg – von 2008 (1 Mio Geräte) bis 2010 (10,1 Mio Geräte) – und der plötzliche Einbruch von E-Readern beispiellos selbst in der für kurze Lebenszyklen bekannten Verbraucherelektronik-Branche. Die Marktforscher sehen in dieser Entwicklung eine grundsätzliche Bestätigung für das Muster, nach dem Geräte, die nur eine Funktion bedienen (in diesem Fall die Lektüre von E-Books), im Leben von Verbrauchern „ohne Reue“ schnell durch multifunktionale Geräte ersetzt werden. Gleichwohl würden andere monofunktionale Geräte wie Digitalkameras, GPS-Systeme und MP3-Player, die ebenfalls unter Druck stünden, „eine längere Zeit an der Sonne“ genießen als E-Reader. 

Der Absatz von Tablets dagegen wachse unaufhörlich. Zwei Jahre nach Einführung des iPad würden in diesem Jahr 120 Mio Tablets verschifft, bis 2016 werde die Zahl auf 340 Mio wachsen, so iSuppli. Inzwischen habe die Vielseitigkeit der Tablets die Kostenvorteile von E-Readern „überholt“. Zum Vergleich: Die Materialkosten beim 7-Zoll-Kindle von Amazon (Ende 2011 erschienen) lägen bei 84 Dollar, die des Google-Tablets „Nexus 7“ dagegen bei 153 Dollar.

E-Reader sind kein „Next Big Thing“

iSuppli geht davon aus, dass die E-Reader-Anbieter versuchen werden, den Markt zu erhalten, indem sie die Geräte zu Herstellerkosten oder darunter anbieten. Als Beispiel führt das Unternehmen den „Txtr Beagle“-Reader an (dessen Start vor der Buchmesse exklusiv von buchreport vermeldet wurde), der mit Hilfe von Mobilfunkanbietern für rund 13 Dollar verkauft werden solle – so teuer sei allein das Display. Doch trotz der niedrigen Preise würden E-Reader nicht mehr die Beliebtheit von früher erlangen. 

Fazit von iSuppli: E-Reader seien nicht das „Next Big Thing“, wie es eine zeitlang schien, stattdessen sei die „Zeit des Ruhms“ („moment of glory“) schnell vorübergegangen.



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