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Mittwoch, 24. Oktober 2012 (08:22 Uhr)


iPad mini – die Antwort auf Amazon und Google

Gräbt sich Apple selbst das Wasser ab?

Gestern Abend hat Apple mit dem iPad mini (auf dem Foto von Marketing-Chef Phil Schiller präsentiert) die eigene Waffe im Kampf gegen die günstigen Amazon- und Google-Tablets ausgepackt. Eine, wie immer, brillante PR-Inszenierung, die allerdings Zweifel an der Strategie von Apple hinterlässt.

Erstmals seit Jahren hat Apple am Dienstag-Abend (ab 19 Uhr deutscher Zeit) eine Keynote live im Video-Stream übertragen (hier weiterhin verfügbar). Die Apple-Fans kamen dabei auf ihre Kosten: Das US-Unternehmen präsentierte eine beeindruckende neue Hardware-Palette mit einem leichten Upgrade für den Mac mini als Einstiegsgerät, einem komplett überarbeiteten All-in-one-Desktop-Modell (iMac) – und den schon erwarteten neuen Tablet-Modellen:

  • Das bisherige iPad-Modell (9,7-Zoll-Display) wird nur ein halbes Jahr nach der Einführung leicht aufgerüstet, mit einem schnelleren Chip (Dual-Core A6X mit Quad-Core Grafik) und dem neuen (kleineren) „Lightning“-Anschluss sowie einem breiteren Angebot an Schnittstellen (u.a. Bluetooth 4.0). Die Preise bleiben konstant (ab 499 Euro für die Wi-Fi-Variante und 629 Euro für die zusätzliche Mobilfunk-Schnittstelle). 
  • Apple führt mit dem iPad mini eine neue Größe ein: 7 mm dünn, 7,9 Zoll-Display, mit knapp über 300 Gramm halb so schwer im Vergleich zum bisherigen iPad-Modell, mit dem neuen „Lightning“-Anschluss (statt des 30-poligen Anschlusses), dem Dual-Core A5-Chip aus dem iPad 2-Auslaufmodell sowie darüberhinaus hauptsächlich den Spezifikationenen des neuesten iPad-Modells der 4. Generation. Interessant für Verlage mit eigenem App-Angebot: Die Auflösung des Displays Preis: ab 329 Euro (Wi-Fi) bzw. 459 Euro (Mobilfunk). Auslieferung ab 2. November (Wi-Fi-Variante) bzw. Ende November für das Mobilfunk-Modell.

Apple will in Schulen Fuß fassen 

Im Vorfeld hatten Verlage erwartet, dass Apple zahlreiche Neuerungen im E-Book-Bereich bekanntgibt. Am Ende präsentierte Apple lediglich

  • eine neue Version des Leseprogramms iBooks, die eine kontinuierliche Lektüre (statt virtuelles Umblättern) sowie das Posten von Text-Zitaten auf Facebook und Twitter ermöglicht,
  • und eine Erweiterung der eigenen Software zum Erstellen von Fachbüchern „iBooks Author“, die jetzt spezielle Bücher im Hochformat unterstützt und die Integration von mathematischen Formeln und Widgets bereithält.
  • In der Präsentation hob Apple-Chef Tim Cook besonders die starke Resonanz der Schulen zum Fachbuch-Angebot von Apple hervor. Über 2500 US-Schulen nutzten aktuell „iBooks“-Fachbücher, deren Inhalte inzwischen 80% US-Lehrplans abdeckten.

Hier ein erstes Video zur neuen iBooks Author-Version:

Interessanter ist die Internationalisierung des eigenen E-Book-Stores, der jetzt in 18 weiteren Ländern (darunter das heißumkämpfte Brasilien und Neuseeland) verfügbar ist. Insgesamt ist der iBookstore somit in 50 Ländern angekommen.

Cook gab außerdem ein Zahlen-Update zum E-Book-Geschäft: Aktuell seien 1,5 Mio Titel im eigenen Store verfügbar, insgesamt seien seit dem Start vor zweieinhalb Jahren 400 Mio Bücher heruntergeladen worden.

Aktionäre nicht begeistert

Dass die Apple-Aktie schon während der Keynote an der US-Technologie-Börse Nasdaq an Wert verlor, ist keine Überraschung. Denn die Strategie von Apple im Kampf gegen die günstigen Tablets von Amazon (Kindle Fire) und Google (Nexus) ist fragwürdig: Apple reagiert zwar mit dem iPad mini auf den verschärften Wettbewerb, allerdings zögerlich, indem Apple preislich weit oberhalb der Konkurrenz verharrt: Das Einstiegsgerät bei Amazon kostet mit 159 Dollar/Euro nur die Hälfte, liegt aber mit den eigenen Spezifikationen nicht weit vom iPad entfernt.  

Fazit: Ob Apple den sich deutlich abzeichnenden Verlust von Marktanteilen – je nach Analyst in den USA zwischen 20 und 30% – mit dem iPad mini abbremsen kann, ist zu bezweifeln. Am Ende könnte die Apple-Strategie dazu führen, dass das kleine iPad nicht Amazon und Google das Wasser abgräbt, sondern dem großen iPad.



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