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Donnerstag, 26. Mai 2011 (15:05 Uhr)


Perspektiven der Buchbranche aus Sicht der Hochschulen

Demografie und Branchengrenzen im Blick

Nicht nur Branchenunternehmen und ihre Mitarbeiter sind von der fortschreitenden Digitalisierung betroffen. Auch die Hochschulinstitute, die das Buch im Schild führen, beackern Themenfelder, die weniger Gewissheiten als in früheren Zeiten enthalten. Wie sie den aktuellen Herausforderungen der Branche begegnen, erläutern Lehrende ab sofort in einer neuen buchreport-Serie. Heute bewertet Prof. Dr. Ursula Rautenberg von der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg die Perspektiven der Branche.

Die größten Herausforderungen für die Branche?

Wir in Erlangen sehen zwei ganz besondere Herausforderungen, die weit in die Zukunft reichen:

1. Die Diskussion über Digitalisierungsfolgen buchnaher Inhalte ist ja nicht mehr neu. Im Zentrum stand bisher eher der kommunikationswissenschaftliche Aspekt: Mit dem Wegfall der Buchdeckel ist eine Desintegration von Inhalt und Trägermedium verbunden, mit erheblichen Veränderungen für das gesamte System der Produktion und Verwertung. Die Branche wird sich in der Zukunft mehr mit der Aufhebung der bisherigen Branchengrenzen auseinandersetzen müssen, sowohl im herstellenden (je nach Verlagstyp mit unterschiedlicher Intensität) wie im verbreitenden Buchhandel.

2. Der (sozio-)demografische Wandel, den man mit Schlagworten wie Bevölkerungsrückgang, Alterung, sozialer Wandel der Gesellschaft benennen kann. Die Auswirkungen auf die Nachfrage nach Büchern und Inhalten sowie die geänderten Anforderungen an die Buch- und Medienwirtschaft sind, anders als in anderen Branchen, in der Buchwirtschaft noch kaum bedacht.

3. Ein professionellerer Umgang mit dem hoch qualifizierten Nachwuchs, mit dem sich diese Herausforderungen bestehen lassen, nicht zuletzt unter dem Aspekt, dass der demografische Wandel auch die Personalabteilungen der Branche nicht verschonen wird.

Mit welchen Ansätzen begleiten Sie die Entwicklung?

Digitalisierung ist ein Schwerpunkt in unseren Reflexionen zum Selbstverständnis eines Universitätsfaches „Buch“wissenschaft. Wir verfolgen hier ein integratives Modell, das die Buchmedienkommunikation mit ihren Organisationen und Institutionen in den Vordergrund stellt und nicht von einem wie auch immer gearteten physischen Träger ausgeht. Der E-Bereich ist schon seit vielen Jahren bei uns ein Thema in Forschung und Lehre.

Demografischer Wandel wird künftig als Profilierungsschwerpunkt eine wichtige Rolle spielen, mit einem großen Forschungsprojekt, Kolloquien, Workshops sowie wissenschaftlichen Tagungen und Publikationen. Wir greifen mit unterschiedlichen Ansätzen zu: Medientheoretisch und medienökonomisch/buchwirtschaftlich.

Wie schlägt sich das im Lehrangebot nieder?

In den Modulen zur Einführung in die Buchwirtschaft sowie elektronisches Publizieren und E-Commerce. Wir werden diesen Schwerpunkt durch eine weitere Professur stärken, die wir hoffentlich in Kürze besetzen können. Dann werden wir auch an die Planung eines zweiten, spezialisierten Masterstudiengangs gehen, neben dem bereits laufenden allgemeinen Master „Buchwissenschaft“. Wir haben auch regelmäßig Besuch von Branchenpraktikern, die Workshops und Vorträge halten und mit denen die Studierenden diskutieren und denen wir gut zuhören.

Der demografische Wandel ist ein neuer Forschungsschwerpunkt, der sich aber bereits ab dem kommenden Semester in Seminaren niederschlagen wird. Die Studierenden werden hier und auch über die Beteiligung an den oben genannten Projekten an das Thema herangeführt.

Alle Artikel der Serie:

Aus: buchreport.magazin 5/2011

 

 



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