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Buchhandel
Mittwoch, 06. Februar 2013 (05:59 Uhr)


Sortimenter klagen über abwandernde E-Book-Kunden

E-Reader-Bescheidenheit

Mit dem Verkauf von E-Readern haben die Buchhändler im Weihnachtsgeschäft keine nennenswerten Umsätze erzielt, zeigt eine buchreport-Umfrage (s. Ende des Artikels). Das ist aus Sicht der Sortimenter weniger auf Nachfrage und Angebot zurückzuführen, sondern vielmehr auf strukturelle Probleme: 

  • Image: „Die Kunden betrachten uns nicht als Anlaufstelle für E-Reader, dafür gehen sie ins Netz oder zum Elektronikmarkt“, bringt es ein Buchhändler auf den Punkt. Es müsse deutlicher kommuniziert werden, dass E-Books und E-Reader in jeder gut geführten Buchhandlung erhältlich seien. 
  • Niedrige Rendite: Zwar seien E-Reader fast täglich ein Gesprächsthema, doch der Beratungsaufwand sei zu hoch und münde eher selten im Kauf vor Ort. Die meisten Kunden wanderten ab zu Amazon oder zu Elektronikfachgeschäften mit günstigeren Preisen und einem breiteren Sortiment. Sollte der Kunde den E-Reader dennoch im Buchhandel kaufen, verdiene der Sortimenter aufgrund der unterdurchschnittlichen Margen zu wenig.
  • Vielleser bei Amazon: Ein häufig genanntes Problem ist, dass Stammkunden verloren gehen, weil sie sich einen E-Reader gekauft haben und sich andernorts mit Lesestoff versorgen, aus Händlersicht vor allem bei Amazon. Möglicherweise sei man dem E-Book-Trend zu spät gefolgt und habe so Amazons Kindle das Feld überlassen.
  • Fehlende Standards: Gegen Amazons Übermacht könne der Handel nicht allein ankämpfen. Die Branche müsse die Nutzungsbedingungen vereinheitlichen, Hersteller bessere Lesegeräte frei von „Kinderkrankheiten“ anbieten. Auch mehr Unterstützung durch die Barsortimente wird gewünscht. 

E-Reader-Absatz noch marginal

Wie viele E-Reader die Buchhandlungen im Dezember 2012 verkauft haben, lässt sich meist an einer Hand abzählen: 

  • Rund 70% der E-Reader-Anbieter haben nicht mehr als fünf Geräte verkauft. 
  • Wie viele E-Reader verkauft wurden, ist auch eine Frage der Größe: Von den Buchhandlungen mit einem Jahresumsatz ab 1 Mio Euro berichten gut 30%, dass sie mehr als 25 E-Reader verkauft haben, mit einigen deutlichen Ausreißern nach oben. 
  • Auch die Entscheidung für ein E-Reader-Angebot korreliert mit der Größe: Von den kleinen Buchhandlungen bietet nur jeder Zweite E-Reader an, bei größeren Buchhandlungen sind es immerhin 85%.

Die buchreport-Umfrage unter Standort­buch­hand­lun­gen und kleineren Filialisten erfolgte Mitte Januar nach E-Mail-Aufforderung online und ano­nym, mit einer Rückmeldung von mehr als 300 Unternehmen. Statistisch ausgewertet wurden 292 vollständige Antworten. Die Teilnehmer setzen sich nach Größe (Jahresumsatz) wie folgt zusammen:

  • 56% Buchhandlungen bis zu 500000 Euro 
  • 20% 500000 bis zu 1 Mio Euro
  • 12% 1 bis 3 Mio Euro
  • 5% mehr als 3 Mio Euro
  • 7% keine Angaben.

 

Weitere Ergebnisse der Umfrage im buchreport.express 3/2013 und 4/2013 (hier zu bestellen).

aus: buchreport.express 5/2013

 



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