Lukas Maisel über »Buch der geträumten Inseln«

Lukas Maisel, geboren 1987 in Zürich, machte eine Lehre zum Drucker, bevor er am Literaturinstitut in Biel studierte. Für das Manuskript seines ersten Romans „Buch der geträumten Inseln“ (Rowohlt) erhielt er 2017 einen Werkbeitrag des Kantons Aargau und 2019 den Förderpreis des Kantons Solothurn. Maisel lebt in Olten. (Foto: Rowohlt)

In den aktuellen Herbst-Programmen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. buchreport stellt 14 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Lukas Maisel.

Mein Roman in drei Sätzen

Ein Kryptozoologe namens Akeret will das Wesen findet, das zwischen Mensch und Tier steht. Zusammen mit Blum, seinem Assistenten, Jonah, einem ehemaligen Piraten, und Mansur, einem vor Vergeltung Geflüchteten, macht er sich auf in den neuguineischen Regenwald. Sie treffen auf ferngesteuerte Kakerlaken, Vögel, die Maschinenlärm imitieren – und das Unaussprechliche.

Mein Weg zu Rowohlt

Ich schickte der Agentur Landwehr & Cie. einen Text, der für einen Roman zu kurz war. Sie fragten mich nach einem längeren, und ich schickte ihnen eine frühe Fassung dieses Romans. Als ich mit meiner Schwester gerade in Nepal war, erhielt ich von meiner Agentin Lena Brasch das Angebot. Sie fragte mich, ob ich Rowohlt kenne.

Das Verdienst meiner Lektorin

Katja Sämann war eine großartige Entrümplerin. Sie hat die allzu abschweifigen Abschweifungen gestrichen und umständlichen Sätzen zu Klarheit verholfen. Und manchmal hat sie das richtige Wort, das ich gesucht habe, gefunden.

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche

Bis jetzt kann ich mich nicht beschweren. Es sind alle nett zu mir, ich wurde auch schon zum Essen eingeladen.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Alle Buchhandlungen in Bahnhöfen und Flughäfen. Aber eine ideale Buchhandlung sollte nicht sauber und gut ausgeleuchtet sein, sondern verwinkelt wie ein Labyrinth, in dem man sich verstecken kann.

Meine Lieblingsautoren

Von den Lebenden: Christian Kracht. Von den Toten: Franz Kafka.

So lese ich

Im Zug oder im Ohrensessel mit den Füßen auf der Fensterbank. Ich bin ein ungeduldiger Leser. Mein Regal ist voller im Stich gelassener Bücher, wofür ich mich schäme.

Schreiben ist für mich

Ein Weg, mich an der Wirklichkeit zu rächen.

Wenn ich nicht gerade schreibe

Dann schaue ich Videos über den Mandela Effect auf Youtube. Es gibt Leute, die die Schreibweise eines Wortes anders in Erinnerung haben und schlussfolgern, wir lebten in einer fehlerhaften Simulation.

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

„Buch der geträumten Inseln“ ist ein moderner Abenteuerroman, ein Buch, das auf den Schultern großer Vorbilder steht und dabei viel Eigensinn und Humor beweist. Lukas Maisel hat so eine schöne Unabhängigkeit im Denken, er traut sich an elementare Fragen heran und geht ihnen nach mit einer fast enzyklopädischen Fantasie. Das gibt es gar nicht so oft. Mir hat es bis ins Lektorat hinein den Kopf verdreht – und das war nicht das Schlechteste in den vergangenen Wochen und Monaten.

Katja Sämann, Lektorin

Debütanten im Herbst 2020 – im buchreport.magazin 07-08/2020

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Lukas Maisel über »Buch der geträumten Inseln«"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*