Katharina Winkler überzeugt mit »starkem Plädoyer für Unterdrückte«

Preisträgerin Katharina Winkler (Foto: Marie Amrei/www.de.wikipedia.org)

Der Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman geht in diesem Jahr an die gebürtige Wienerin Katharina Winkler, deren „Blauschmuck“ im Februar bei Suhrkamp erschienen ist. Der Titel war im Herbst bereits für die Debüt-Kategorie des Österreichischen Buchpreises nominiert.

Der Mara-Cassen-Preis wird vom Literaturhaus Hamburg verliehen und ist mit einem Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro die höchstdotierte Auszeichnung für einen deutschsprachigen Debütroman. Die Summe wird von der Mara und Holger Cassens Stiftung bereitgestellt. Eine Besonderheit des Preises ist, dass er von einer Leserjury vergeben wird. Sie setzt sich aus 15 Mitgliedern des Literaturhaus e.V. zusammen, die in diesem Jahr 57 Romandebüts geprüft haben.

Die Germanistin und Theaterwissenschaftlerin Winkler setzte sich mit einer wahren Geschichte gegen die übrigen Anwärter durch: „Blauschmuck“ erzählt vom Leidensweg der von ihrem Ehemann unterdrückten und misshandelten Türkin Filiz Lale, einer früheren Patientin von Winklers Vater.

Die Jury überzeugten Thematik und Stil des Romans: „Es ist Katharina Winkler perfekt gelungen, eine Sprache für das Erzählte zu finden: Die Sätze prasseln auf den Leser ein, wie vor Schlägen zuckt man vor der enorm harten Sprache zurück. Auf der anderen Seite lässt Katharina Winkler die Unbeugsamkeit und Unzerstörbarkeit von Frau Lale sprachlich einprägsam durch eine sehr poetische Sprache fühlbar werden. Dass es Männer gibt, die meinen, Frauen in Ihrer Macht fesseln zu dürfen, ist leider ein internationales und interkulturelles Problem. Katharina Winkler hat keinen Roman geschrieben gegen den Mann, die Türkei oder den Islam, sondern für die Frau. Der Roman ist ein starkes Plädoyer für Schwächere und Unterdrückte, damit fiel die Wahl hoffentlich auch im Sinne der leider verstorbenen Stifterin Mara Cassens.“

Die Preisverleihung findet am 10. Januar 2017 im Literaturhaus Hamburg statt.

Kommentare

1 Kommentar zu "Katharina Winkler überzeugt mit »starkem Plädoyer für Unterdrückte«"

  1. Sie hat den österreichischen Preis wirklich verdient!

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