Die rote Liste

Seit Monaten wird über weitere Einschnitte beim Warenhauskonzern Karstadt spekuliert. Am Donnerstag soll es konkret werden: Der Aufsichtsrat will angeblich 20 bis 30 Schließungen bekanntgeben.

Laut „Bild“ sieht der neue Aufsichtsrat bei 20 bis 30 defizitären Standorten keine Perspektive mehr. Betroffen wären etwa 3000 bis 4000 Mitarbeiter. Eine endgültige Entscheidung über Schließungen werde in dieser Woche allerdings noch nicht geben – man wolle zunächst „sozialverträglich mit allen Betroffenen verhandeln“, zitiert „BamS“ einen Insider.
Noch im Herbst 2014 solle ein neuer Karstadt-Chef „mit Sanierungs- und Handelserfahrung“ den angeschlagenen Warenhauskonzern übernehmen und den Umbau bis spätestens 2017 umsetzen, damit der „Rest-Konzern“ gerettet werden könne. Für die Zukunft gesetzt seien der aktuelle Chef Miguel Müllenbach, der im Vorstand bleibe, sowie Stephan Fanderl an der Spitze des Aufsichtsrats.
Der österreichische Immobilien-Milliardär René Benko bzw. dessen Firma Signa habe  acht Vertraute, darunter fünf Österreicher, in den neuen Karstadt-Aufsichtsrat geschickt. 

Welche Filialen betroffen sind, ist nicht bekannt. Im Juli 2014 hatte der Warenhausexperte Gerd Hessert 29 Filialen von Flensburg bis Lörrach als langfristig nicht tragfähig identifiziert:

  • Bamberg
  • Bayreuth
  • Bottrop
  • Bremerhaven
  • Dessau
  • Flensburg
  • Frankfurt (MTZ)
  • Fulda
  • Goslar
  • Gummersbach
  • Gütersloh
  • Hamburg (Bergedorf)
  • Hamburg (Billstedt)
  • Iserlohn
  • Leonberg
  • Lörrach
  • Mainz
  • Memmingen
  • Mönchengladbach
  • München (OEZ)
  • Neumünster
  • Norderstedt
  • Nürnberg (Langwasser)
  • Offenburg
  • Potsdam
  • Recklinghausen
  • Siegen
  • Viernheim
  • Wismar
Buchangebot wurde schon deutlich zurückgefahren

Karstadt, bis in die späten 1990er-Jahre selbst Deutschlands größter Buchhändler mit Buchabteilungen an gut 200 Standorten, bewirtschaftet heute 30 bis 40 Buchabteilungen in Eigenregie, auf Flächen zwischen 50 und 100 qm. 18 Standorte sind an Hugendubel vermietet, der die Shop-in-Shops bei der Entflechtung des DBH-Jointventures mit Weltbild übernommen hat.

Foto: Madebyr.de, Flickr, CC BY-ND 2.0

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