Fehde ums Format

Ärger um das Kleinformat: Der Unsichtbar Verlag wurde per Unterlassungserklärung dazu verpflichtet, die „Edition Kleinlaut“ einzustampfen. Carlsen sieht seinen exklusiven Anspruch auf das quadratische Pixi-Format gefährdet.

Insgesamt elf illustrierte Textbücher der Edition „Kleinlaut“ hat der Unsichtbar Verlag veröffentlicht.

Seit knapp 60 Jahren veröffentlicht Carlsen Minibücher im Format 10 x 10 cm, pro Jahr verkaufen die Hamburger 15 Mio Pixi-Bücher. Eine Marktposition, die Carlsen immer wieder verteidigen muss. So auch gegen den Unsichtbar Verlag, der mit der „Edition Kleinlaut“ eine Buchreihe im Format 9,5 x 9,5 cm herausgegeben hat.
„Wir mussten ihm formaljuristisch eine Abmahnung zukommen lassen“, erklärt Markus Dömer, Leiter der Geschäftsfeldentwicklung bei Carlsen dem „Tagesspiegel“.„Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 300 Mio Pixibücher verkauft, das Format ist ein zentraler Bestandteil der Marke geworden“, erklärt er. „Deswegen müssen wir aus juristischen Gründen immer dagegen vorgehen, wenn jemand dieses Format kopiert, um keinen Präzedenzfall zu schaffen.“ Sonst drohe die Gefahr, dass sich größere Konkurrenten darauf berufen könnten.
Unsichtbar-Verleger Andreas Köglowitz hat durchaus Verständnis für die Lage von Carlsen. Das eigentliche Übel sei die Rechtslage, die es möglich macht, auf bestimmte Buchformate einen „Gebrauchsmusterschutz“ anzumelden. Rund 6000 Bücher muss Köglowitz jetzt einstampfen, er schätzt den Schaden auf etwa 10.000 Euro. In zwei, drei Monaten will der Verleger eine Neuauflage der „kleinen Bücher für große Menschen“ herausbringen – diesmal im Format 10 x 12. 

Kommentare

9 Kommentare zu "Fehde ums Format"

  1. Elfie Jochmann | 20. April 2013 um 12:26 | Antworten

    Ich kenne und liebe Pixixi-Bücher.Ich habe sie meinem Sohn zu jedem erdenklichen Anlass geschenkt.Manche wurden zu einem richtigen Ritual eingesetzt!! Z. B. „(„Guten morgen Käpten Kater, wo geht heut die Reise hin,? “ ) und das Aufstehen war schon leichtert. Heute hat er selbst schon große Söhne und auf die Pixis wurde nicht vergessen. Ein großes10mal10 kleinesBUCH!

  2. Pixifan mit Stirnrunzeln | 19. April 2013 um 14:10 | Antworten

    ich habe mich auch gewundert. Was ist mit den „Pixis“ von Ravensburger und Coppenrath? Ist doch toll, dass die Dinger immer Pixi heißen, egal welcher Verlag dahintersteckt, eine Leistung, die Carlsen sich auf die Fahne schreiben kann. Warum jetzt Bücher für Erwachsene eingestampft werden (und nicht z.B. nächsten Dienstag zum Welttag verschenkt), ist mir ein Rätsel. Warum ist die Meldung so klein?

  3. Ruprecht Frieling (Prinz Rupi) | 17. April 2013 um 20:23 | Antworten

    Jetzt werden also auch schon Formate geschützt! Warum nicht gleich 12 x 19 und alle DIN-Formate abmahnen?

  4. Was für ein totaler Schwachsinn die vorhandenen Bücher einstampfen zu müssen !Dann lieber die Bücher verschenken an Leute, die daran noch Freude hätten.Das wäre eine große Geste von Carlsen gewesen. Tja, mal wieder eine Chance verpasst; Ihr Damen und Herren von Carlsen, und dem Verleger vom Unsichtbar Verlag ein großen Schaden zugefügt ! Was ist sind das nur für kaputte Zeiten ! ;-((

  5. das kann nicht sein, wohl verrückt geworden, was? 10x10cm ist nicht schützbar, lächerlich, vollidioten!!!!

  6. Michael Farthofer | 17. April 2013 um 15:13 | Antworten

    Hm. Darf man keine quadratischen Bücher verlegen, ausser man ist Carlsen? Ich hab da zu wenig Ahnung. Das ist jetzt mal eine ganz ehrliche Frage. Hat nicht Kinderleicht wissen mit benny blue auch sowas auf dem markt, das freies auges durchaus quadratisch erscheint (mag sien, dass ich mich täusche. Und wo ist die Grenze eines solcehn Musterschutzes? In cm gesprochen. Darf man 20×20 cm zB? Tät mich einfach mal interessieren…

    • Es geht ja nicht um irgendein Quadratformat, sondern um 10 x 10. Und speziell 10 x 10 ist das klassische Pixi-Format. Wenn jetzt ein Schokoladenhersteller Quadrate in exakter Rittersport-Größe anböte, wäre das Geschrei auch groß.

      • Dirk Uhlenbrock | 18. April 2013 um 9:04 | Antworten

        nun sind die bücher ja im format 9,5×9,5 (und nicht 10) cm gedruckt worden. die frage bleibt – wo liegt denn die grenze? ist ein cd booklet im format 12×12 auch noch zu nahe am pixi format?
        und – wie mir scheint – ist hier ja auch nicht im gleichen segment kinderbuch verlegt worden, die zielgruppe also eigentlich eine andere. das mag alles rechtmäßig sein, nachvollziehbar ist es für mich nicht wirklich – oder dürfen auch keine bücher mit gelbem umschlag produziert werden um das alleinstellungsmerkmal von reclam nicht zu gefährden?

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