Aus der düsteren Ecke herausgekommen

Der Selfpublishing-Markt in den USA wächst rasant. Nach einer Statistik der Marktforscher von Bowker ist die Zahl der Titel seit 2006 fast verdreifacht worden. Auf dem Markt herrsche bei den Anbietern eine extrem hohe Konzentration.
Laut Bowker liegen aktuell rund 235.000 gedruckte oder digitale Selfpublishing-Titel vor, 287% mehr als vor sechs Jahren. Zwar wüchsen beide Bereiche weiterhin, die Zahl der E-Books lege allerdings stärker zu: 
  • Aktuell hätten gedruckte Bücher zwar mit 63% den größten Anteil an allen Selfpublishing-Titeln.
  • Seit 2006 sei die Zahl der digitalen Titel allerdings um 129% gewachsen, die Zahl der P-Bücher „nur“ um 33%.
„Es sind längst nicht mehr nur Selbstkostenverlage am Werk – Selfpublishing kommt aus der düsteren Ecke heraus und ist auf dem Weg zum Mainstream“, erklärt Bowker-Manager Beat Barblan.
Kontrolliert werde der Selfpublishing-Markt von einer Handvoll an Firmen:
  • 2011 habe die Amazon-Tocher Createspace den Print-Sektor dominiert, mit 39% der gedruckten Titel; Die Zahl der Createspace-Titel sei seit 2006 um 1700% gestiegen.
  • Bei den E-Books habe Amazon-Rivale Smashwords die Nase vorn gehabt (47% der E-Book-Titel).
  • Daneben spielten nur noch Author Solutions (gehört inzwischen zu Penguin) und Lulu Enterprises eine Rolle; von den restlichen Firmen habe kein Unternehmen einen Marktanteil größer als 10%.
In einer früheren Studie hatte Bowker auch Genres und Preise von Selfpublishing-Titeln untersucht (hier mehr).
Zum Erfolg von Selfpublishing äußert sich Aaron Rosenstein, Manager bei Createspace, im Videointerview mit buchreport.de geäußert:

Kommentare

4 Kommentare zu "Aus der düsteren Ecke herausgekommen"

  1. Ich stimme Katja und Georg Friedrich zu. Ich mag es nicht, wenn ein Autor „produziert“ (anstatt aus Leidenschaft zu schreiben), wenn er nur des Geldes wegen schreibt, und wenn er nur über einen Verlag eine Chance auf Leser hat (wobei der Erfolg selbst dann nicht garantiert ist). Selfpublishing ist doch eine geniale Erfindung! Und wenn es Firmen gibt, die dabei unterstützen, ist das doch umso besser. Das ist meine Meinung.

  2. Georg Friedrich | 25. Oktober 2012 um 14:53 | Antworten

    Will jeder Indieautor Geld damit verdienen? Nicht jeder will vom Schreiben leben, es gibt genug Leute die ohne jegliche Aussicht auf Profit sich ehrenamtlich engagieren oder halt private Blogs schreiben.
    Auch die meisten Selfpublishing Bücher entstehen aus dem Wunsch sein gedrucktes Werk in den Händen zu halten und nicht reich zu werden. Warum denkt man immer so kapitalistisch? Es gibt auch sowas wie Hobby.

    Warum also die eigene Idee nicht als eBook veröffentlichen? Für die in den allermeisten Fällen paar € die man bekommt, kann man sich was schönes kaufen. Besser als hunderte € Verlust wegen den Zuschussverlagen!?

    Natürlich kommt viel Mist auf den Markt, aber man muss den nicht kaufen und wenn ich die großen Filialisten mit ihren von Shades of Grey (Klonen) und Vampirenschnulzen überfüllten Auslagen anschaue, bin ich mir nicht so sicher wo man eher die Qualität findet.

    Dafür können dank eBooks längst vergriffene, nie verlegte Werke der Autoren auf den Markt kommen oder solche Gattungen wie Anthologien überhaupt erscheinen.

    Natürlich ist es schwer in der Schwemme gesehen zu werden, aber ich hoffe, dass die Qualität ihre Aufmerksamkeit findet.

  3. Da XinXii eine international ausgerichtete Plattform ist und
    viele US-amerikanische Autoren über uns veröffentlichen und
    ausliefern lassen, können wir bestätigen, dass der
    Selfpublishing-Markt dort rasant wächst und der europäische im
    Vergleich noch in den Kinderschuhen steckt. Wir beobachten aber
    auch, dass immer mehr Autoren hierzulande die Chancen des
    Selfpublishings entdecken und vor allem aber in Sachen Cover-
    und Buchgestaltung, Einschätzung der Relevanz von Korrektorat
    und Buchmarketing, sensiblerer Preisgestaltung usw. zulegen. Sie
    werden professioneller und „qualitätssensitiver“.

    @ Michael: Wälder sind etwas Wunderbares – und wir glauben, dass
    ein Wanderer gerade dann einzelne Bäume wahrnimmt, wenn sie ihm
    besonders auffallen. Machen weniger Bäume einen Wald schöner?
    Und wer entscheidet, welcher Baum überhaupt in den Wald darf?

    Wir unterstützen Autoren mit XinXii, wo wir nur können und
    bringen sie zum Beispiel in die digitalen Regale von Shops, in
    die sie als einzelner Autor keinen Zutritt haben. Es wäre doch
    schlimm, wenn Lesern Perlen vorenthalten blieben und in
    digitalen Schubladen verstauben würden …

  4. Michael Nardelli | 25. Oktober 2012 um 9:37 | Antworten

    Also, ich weiß nicht….Nichts dagegen, wenn Autoren ihr „Schicksal“ selbst in die Hand nehmen, Überspitzt zu Ende gedacht bedeutet Selfpublishing aber doch, dass jeder sein eigenes Büchlein schreibt und verlegt. Jeder kocht sein Süppchen, doch viele Köche verderben den Brei. Wer kann in diesem Wald noch die Bäume sehen? ist jetzt schon schwierig. Und was für eine Enntäuschung, wenn die Autoren dann auf die Zahlen schauen: Wieder nix verkauft. Produktion für den Papierkorb. Außer Spesen nix gewesen. Und verdienen tun wieder nur „eine Handvoll an Firmen“, die wiederum zu Großkonzernen gehören. Wollen wir das wirklich? Lassen Sie uns darüber diskutieren! Bin gespannt….

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