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Digitales und Buchhandel passen nicht zusammen? Mitnichten!

Bei der Veranstaltung „Digitale Bücher – neue Perspektiven beim Lesen“ vom 30. November, die in Zusammenarbeit mit dem VAT Verlag Andre Thiele und Kontor New Media in der Gutenberg-Buchhandlung Dr. Kohl in Mainz stattfand, gab es einen informativen Cocktail rund um das Thema digitale Inhalte und aktuelle Lesegeräte. Und es wurde klar: stationärer Buchhandel und digitaler Wandel passen gut zusammen.

Zunächst erfuhren die gut 30 interessierten Zuhörer von Maike Prehn, Managerin E-Book beim Digitalvertrieb Kontor New Media, Hintergründe zum E-Book und der aktuellen Marktsituation in Deutschland. Neben Fragen zu Dateiformaten, Preisbindung, Piraterie und Preisfindung wurde auch das Thema DRM angeschnitten. Die Resonanz des Publikums war eindeutig: man wünscht sich ein universelles Dateiformat ohne DRM (oder maximal mit Wasserzeichen) und zu günstigeren Preisen als bisher. Gerade der letzte Punkt der Preisbildung ist sensibel und erscheint derzeit oftmals noch als Kaufhindernis. Der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels angegebene Richtwert von 20% Nachlass auf E-Books gegenüber der physischen Ausgabe reicht nach Prehns Aussage nicht aus, um für die Endkunden attraktive Angebote zu schaffen. Aber es kommt auch viel Bewegung in den Markt, obschon gerade kleinere und mittelständische Verlage noch recht verhalten auf die neuen Möglichkeiten reagieren. Mit einem steigenden Angebot an deutschsprachigen E-Books (derzeit sind gut 375.000 Titel verfügbar) wird sich auch an der Preisstruktur etwas ändern.

Im zweiten Teil der Veranstaltung erklärte dann Herr Hofmann aus der Gutenberg-Buchhandlung Details zu den Lesegeräten. Dabei standen vor allem Geräte mit einem E-Ink-Display im Fokus. Sie können ebenso wie E-Books von den Endkunden über die Buchhandlung bezogen werden, sei es über den Internetshop, sei es direkt im Laden. Wichtige Voraussetzung ist, dass die Buchhandlung eine entsprechende Kooperation mit einem Barsortiment oder der MVB eingeht.

Das reine Anbieten und Verkaufen von Geräten reicht allerdings nicht aus. Von den Zuhörern als absolut relevant eingestuft wird vor allem auch das Engagement der Buchhändler selbst. Beratung in Bezug auf Lesegeräte und deren Qualität, bei Schwierigkeiten in der Handhabung, Gerätefehlern oder Fragen zum digitalen Befüllen wollten fast alle Anwesenden in der Buchhandlung erfragen können. So nannte eine Kundin als deutliches Manko, dass sie nach dem Kauf eines Lesegerätes in einer namhaften Großbuchhandlung weder Hilfe bei Fragen zum Download noch bei einem auftretenden Geräteschaden bekam. Und diese Enttäuschung führt letzlich zur Abwanderung von Kunden in andere, auch virtuelle Buchhandlungen.

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