Smartphones verändern unser Kaufverhalten

Dank der Smartphones wird sich mobiles Einkaufen mehr und mehr durchsetzen, prognostiziert das E-Commerce-Center-Handel (ECC-Handel), eine Forschungsinitiative des Kölner Instituts für Handelsforschung. Was diese Entwicklung für den (Online-)Handel bedeutet und welche Kriterien den Erfolg mobiler Angebote bestimmen, erläutert Aline Eckstein (Foto) vom ECC-Handel  im Interview mit buchreport.de.

Sind die Mobile-Commerce-Umsätze im Gesamt-E-Commerce-Umsatz relevant?

Nein, die Umsätze sind noch verschwindend gering. Bisherige Schätzungen bewegen sich im unteren einstelligen Bereich. Die meisten Unternehmen äußern sich (noch) nicht zu ihren Umsätzen, weil doch relativ viel Budget in die Umsetzung geflossen ist.

Welche Branchen sind führend?

Im mobilen Bereich ist es ähnlich wie in den Anfängen des E-Commerce: Die Branchen Tourismus, Buchhandel und Consumer Electronics generieren bisher am meisten Umsatz und sind am innovativsten.

Wie verläuft M-Commerce im besten Fall?

Im Optimalzustand haben wir ein funktionierendes, effizientes und konsumentengerechtes Multi-Channel-Management: Die Nutzer informieren sich über ihr Smartphone und kaufen über ihre Geräte ein. In der Filiale werfen sie einen Blick auf die Produkte an und holen ihre Bestellung ab. Bislang werden mobile Endgeräte aber fast ausschließlich zur Information genutzt. Eine unserer Studien hat kürzlich gezeigt, dass knapp einem Viertel aller Käufe im stationären Handel eine Informationssuche im Internet vorausgeht.

Werden reine E-Commerce-Händler sich auch stationär niederlassen?

Das ist ein Trend, der vor zwei Jahren eingesetzt hat. Die Händler merken, dass der Kunde heutzutage multi-channel ist und dass das Bedürfnis besteht, genau da, wo man sich befindet – also in dem Kanal, der gerade zur Verfügung steht – Einkäufe zu tätigen.

Wie entsteht der Kaufimpuls im M-Commerce?

Entscheidend ist der entsprechende Mehrwert am Point of Sale. Einen sehr interessanten Ansatz wählt beispielsweise „Coupies“. Das Unternehmen bietet eine mobile App an, mit der man Gutscheine in einem bestimmten Umkreis zu bestimmten Branchen abrufen kann. Der Konsument kann also sicher sein, dass er nicht mit Werbung zugemüllt wird. Stattdessen kann er aktiv entscheiden, wann er aus welcher Branche Gutscheine angezeigt bekommen möchte.

Welche Hürden gibt es für M-Commerce?

Die  Kunden müssen ständig online sein können und über die entsprechende Hardware verfügen. Die Internetseite muss mobil intuitiv und geräteoptimiert zu bedienen sein, was durch Smartphones immer mehr gewährleistet wird. Erfolgsentscheidend ist der Mehrwert für den Kunden.

Wird M-Commerce das Angebots- und Kaufverhalten der Zukunft verändern?

Definitiv, das nur noch eine Frage der Zeit. Betrachten Sie allein, wie sich das Internet als Einkaufskanal etabliert hat. Zu Hause am Computer läuft der gleiche Prozess ab, nur dass das Gerät jetzt mit dem Smartphone kleiner ist und ich es auch unterwegs nutzen kann. Bietet ein Angebot einen Mehrwert für den Nutzer, wird es sich auch langfristig am Markt behaupten. Das soll nicht heißen, dass in fünf Jahren alle nur über das Handy einkaufen, aber es wird zunehmend genutzt werden.  

Welches Potenzial hat M-Commerce für den Buchhandel?

Natürlich gibt es auch für diesen Markt, Mittel und Wege sich zu etablieren. Die Buchbranche hat durch die Digitalisierung seit ein paar Jahren Krisencharakter. Hier kann sich die Branche die Parallelität zur Musikbranche zu eigen machen, die bereits zahlreiche Möglichkeiten entwickelt hat, wie man sich durch die Mehrwertgenerierung behaupten kann.

Die Fragen stellte Torge Frühschulz

Zur Person
Aline Eckstein ist stellvertretende Bereichsleiterin beim ECC-Handel, zuständig für die Bereiche Mobile-Commerce.

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