Bitte mal freimachen, Herr Behrmann

Vor 14 Jahren entdeckte Ulf Behrmann seine Begeisterung für Literatur: Ein Artikel in der „FAZ“ und die dort vorgestellten Autoren Jack Kerouac und Vladimir Nabokov waren für ihn Ausgangspunkt seiner verlegerischen Laufbahn. Wie es von da an weiterging, wo er steht und wo er hin will, verrät der frisch gebackene Verleger im Startup-Check.

Ihr Konzept in drei Sätzen:

Der Jesbin Buchverlag ist neu, mutig, anders – schöner und weiter. Jesbin ist Literatur, Jesbin ist Sachbuch. Wir wollen philosophieren und unterhalten, begeistern und bewegen, überraschen und verändern. Wir wollen Grenzen überschreiten und es uns zu Hause gemütlich machen, wir wollen von der Kindheit träumen und dem Tod ins Auge sehen, wir wollen Glück säen – und gucken, was wächst …

Ihr Einstieg in die Branche:

Rückblickend und gedanklich der 6. Februar 1997 – Als ich in der „FAZ“ von Vladimir Nabokov und Jack Kerouac erfuhr, meine Begeisterung für Literatur entdeckte und von da an nicht mehr zurückblickte … on the road zum eigenen Verlag … über Tätigkeiten beim Aufbau Verlag und bei BoD zu Jesbin.

Ihre erste morgendliche Tat im Büro:

Kaffee trinken und Zeitung lesen.

Ihr letztes Telefonat:

Eine Augenzeugin berichtete gerade, dass eines unser Bücher tatsächlich stapelweise bei Hugendubel in München im Eingangsbereich liegt … Ich sag‘ mal: Nachmachen erlaubt!
 
Ihr Geheimtipp für Existenzgründer:

Tipps hab ich viele – aber einen Geheimtipp, will man den verraten? Na gut: Kaffee trinken und Zeitung lesen.

Ihre größten Stolpersteine:

Stolpersteine kenn‘ ich eigentlich nur zu Hause, wenn mein Jüngster mal wieder sein sperriges Feuerwehrauto quer geparkt hat – siehe hierzu unser Buch „Familienleben“ …

(P.S.: Der gute Verleger bringt in fast jedem Satz eins seiner Bücher unter.)

Ihre peinlichsten Bookmarks:

Amazon.de. Ja, ich gebe es zu: Auch ich aktualisiere alle 5 Minuten den „Amazon Bestseller-Rang“.
 
Was Google von Ihnen besser nicht wüsste:

Ich habe mal vor vier Jahren über ein Buch gesagt, dass sich der Erfolg in Richtung Harry Potter entwickeln könnte – das hätte ich mir für mein aktuelles Jugendbuch „Seestern“ aufsparen sollen … Also: „Seestern“ wird sich …

Ihr Unternehmen in fünf Jahren:

Zwei Bestseller, zwei Buchpreise, fünf Mitarbeiter – Bewerbungen bitte ab Februar 2012 direkt an mich.

Foto: Ulf Behrmann ,© Maxime Miller

Im buchreport Startup-Check kamen außerdem zu Wort:

  • Andreas Köglowitz, Verleger des Unsichtbar Verlags
  • Klaus Schwope, Inhaber und Kreativdirektor von Nutcracker
  • Rainer Groothuis, Verleger der Groothuis, Lohfert Verlagsgesellschaft
  • Uta Grosenick, Verlegerin von Distanz

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